Heute habe ich bei Silke ein nettes Tool gesehen, dass ich gerne hier vorstellen möchte. Es handelt sich dabei um ein RSS-Service, der eine personalisierte Seite im Internet zur Verfügung stellt – und zwar auf der Grundlage von RSS-Feeds.
Für die Leute, die mit RSS nichts anfangen können – hier eine kleine Erklärung:
In einem RSS-Feed werden Inhalte (meist Texte) ohne Formatierung und ohne Rahmengestaltung zur Verfügung gestellt. So enthält z.B. die Homepage des Spiegels ein Design, verschiedene Rahmen, verschiedene Schriftgrößen, -arten und -farben, außerdem Werbung und z.B. die yahoo-Suche. Wenn man nun einen Artikel anklickt, erhält man wiederum diesen Artikel in gleicher Form – also wieder mit Formatierung, Designelementen, Logos, Werbung, Bildern, etc. Im RSS-Feed von Spiegel stehen nur der reine, unformatierte Text der einzelnen Artikel, jeweils mit Metadaten (also Erkennungsdaten wie Überschrift, Datum und Zeit) versehen. Um diesen RSS-Feed anzuschauen braucht man einen RSS-Reader. Ein solcher ist z.B. in Safari ab Version 2 integriert. Hat man keinen RSS-Reader, zeigt sich im Browser nur unübersichtlicher und prinzipiell unbrauchbarer Quelltext. Benutzt man hingegen einen RSS-Reader, wird der Text nach eigenen Vorgaben formatiert. Also eigene Schriften und Farben, außerdem kann man einstellen, wie lang z.B. auf der Übersichtsseite der Artikel die Artikelvorschau sein soll – also wie viele Zeichen pro Artikel als Vorschau erscheinen sollen. Der erste Vorteil liegt somit auf der Hand: Es wird deutlich übersichtlicher, schneller und klarer und individueller strukturiert. Der zweite Vorteil ergibt sich aus der Mächtigkeit des Readers. So wird es nämlich zum Beispiel möglich, die RSS-Feeds von Beispielsweise Spiegel, Stern und der FAZ zu empfangen und auf dem eigenen Rechner so genau die Mischung vorzufinden, die perfekt personalisiert, aktuell und einfach verfügbar ist. Man hat sozusagen die eigenen Lieblingszeitungen im eigenen Outfit auf einer Seite. Beliebig erweiterbar um weitere wie z.B Heise. Oder man entwickelt seine eigenen RSS-Seite mit RSS-Feeds aus verschiedenen Blogs. Der RSS-Feed dieses Blogs findet sich Beispielsweise hier.
Und genau hier kommt Netvibes ins Spiel. Netvibes ist sozusagen ein online-RSS-Reader. Die RSS-Feeds werden also nicht lokal auf dem Computer aufbereitet, sondern schon auf der Netvibes-Seite, und erscheinen als normale html-Seiten im Browser. Das hat den Vorteil, dass man nun auch mit Rechnern ohne RSS-Reader die RSS-Feeds nutzen kann – Beispielsweise wenn man noch MacOS 10.3 Panther benutzt (also kein Safari 2.0 – also keinen integrierten RSS-Reader) und keinen extra RSS-Reader installieren möchte. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die personalisierte Netvibes Seite nicht nur per cookie, sondern auch per Account (über eMail und Passwort) speichern lässt, und somit auf jedem Rechner weltweit verfügbar ist. Man kann also überall – zu Hause, im Büro, bei Freunden oder an der Uni – auf seine personalisierte Startseite zugreifen.
So, nun zur Umsetzung: Netvibes ist relativ flexibel und einfach gestaltet. Die optischen Einstellmöglichkeiten und Personalisierungsmöglichkeiten beschränken sich auf verschiedene Themen und Farbkombinationen, wie es von vielen Geräten bekannt ist. Das ist nicht besonders vielseitig, aber absolut ausreichend. Punkten kann Netvibes vor allen Dingen mit der Vielseitigkeit. Neben der Anzeige der RSS-Feeds von Zeitungen, Zeitschriften und Blogs wird auch das Wetter eines beliebigen Ortes, der aktuelle Inhalt beliebiger POP/IMAP Postfächer, myspace-Accounts, ein Kalender, Masken für Internetrecherchen und Suchen, sowie ebay-Accounts und vieles mehr zur Einbindung angeboten.
Ich kann nur empfehlen, sich Netvibes einmal anzuschauen – mir selbst gefällt es sehr gut.
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