Hannes’ Blog

Unglaublich

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Creative Commons wächst, im Web 2.0 ist das freie Geben und Nehmen immer wichtiger – Profit rückt mehr und mehr in den Hintergrund, es gibt wieder mehr Leute, die ideologisch handeln. Man bietet – je nach eigener Fähigkeit – Hilfe in Foren an, stellt seine Gedanken, Bilder und Arbeiten jedem zur freien Verfügung – solange dieser kein Geld damit macht. Entscheidend ist das Urheberrecht und das Nennen des Urhebers – der Lohn des Urhebers ist keine Lizenzgebühr, sondern der entsprechende Bekanntheitsgrad und eine gewisse Beliebtheit, die auch diverse Türen zu öffnen vermag.

Wer das alles nicht verstanden – oder davon gar nichts mitbekommen hat – sind die eben erwähnten ‘dicken Männer’ – sinnbildlich für Institutionen wie die GEMA oder die GEZ, über die ich mich neulich schon ausgelassen habe. Heute hab ich einen Artikel über die GEMA gelesen, der mich schon wieder erschaudern lies. Haben die wirklich nichts verstanden? Gar nichts? Wenn eine Band heute nicht mehr im Internet vertreten ist, wird es ihr wirklich schwer fallen, Platten zu verkaufen. Was sich im Moment auf dem Schlachtfeld Plattenindustrie vs. Internet abspielt, erinnert mich 1:1 an den Kampf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Musiker vs. Radio/Platten. Damals war man der Meinung, dass man durch Radiosendungen und Schallplattenverkäufe die Leute von Konzerten wegholt. Und da Musiker damals von Konzerten lebten und sich niemand vorstellen konnte von Schallplatten zu leben lag die vermeintliche Folgerung auf der Hand: Wer Platten verkauft, kann keine Konzertsäle mehr füllen. Das das natürlich Mumpitz war, weiß heute jeder. Diese Fehleinschätzung fand ihren Gipfel übrigens am 1.8.1942, an dem die amerikanische Musikergewerkschaft einen ‘recording ban‘ verhängte, der 2 Jahre dauerte und uns heute eine klaffende Lücke in die Vollständigkeit der Jazz-Diskografie reißt. Zwei Jahre, aus denen leider nur sehr unvollständiges und schlecht aufgenommenes Material vorhanden ist.

Gut, das ist lange her, aber wenn sich die ‘alten dicken Männer’ noch an was erinnern können sollten, dann doch daran? Und das YouTube und Konsorten die Verkäufe eher ankurbeln als beschränken, kann wohl jeder bestätigen. Hätte ich dieses Video nicht gesehen, hätte ich mir niemals ‘Satellite’ von ‘P.O.D.’ gekauft; hätte ich nicht zahlreiche ‘The Internet Is For Porn’ Videos gesehen, hätte ich nie etwas von ‘Avenue Q’ gehört – und jetzt überleg ich schon nach New York zu fahren um es mir anzuschauen. Die Liste könnte ich übrigens ewig weiterführen, Beispiele gibt es genug.

Was macht also die GEMA noch? Ist es wirklich noch sinnvoll, das bei jeder Sendung, jedem Konzert horrende Beträge an die GEMA gezahlt werden müssen, von denen erstmal der Löwenanteil in die Verwaltung fließt, um dann die restlichen paar Prozent an die Künstler weiterzuleiten? Das es auch anders geht, wird täglich bewiesen. Wirksystem hat zum Beispiel mit burnTribe ein System geschaffen, welches sich in den letzten Jahren offensichtlich bewährt hat.

Die Musik steht zum kostenlosen runterladen im Netz. Mit Cover und allem Schnickschnack. GEMA-frei. Wirksystem ist nicht bei der GEMA gemeldet. Was übrigens nicht heißt, dass Ihre Lieder ungeschützt sind – denn das Urheberrecht hat mit der GEMA nichts zu tun. Nun kann sich also jeder die Wirksystem-Platten runterladen und nach belieben brennen. Wie das dann weiter geht ist klar: Die Seite wird weiterempfohlen, die Musik wird weitergebrannt. Der Bekanntheitsgrad der Band wächst schnell und über Kontinente hinweg (USA Tour im April 2004). Wo kommt das Geld her? Das ist einfach: da die Band bekannt ist, kann sie überall Hallen füllen und T-Shirts verkaufen, Geld kommt also wie vor 100 Jahren wieder von den Konzerten – die inzwischen nur deutlich besser besucht sind. Außerdem sind die Einnahmen deutlich größer als bei anderen Bands: Denn es wird nichts an die GEMA abgeführt – das Geld landet direkt beim Veranstalter und der Band. Somit haben alle was davon.

Meine Hoffnung, dass der GEMA irgendwann die Augen geöffnet werden, scheint eine Utopie zu sein – ich glaube nicht dran. Dabei könnte man ein System wie die GEMA sicherlich sinnvoll aufziehen, denn nicht alles was die GEMA tut ist schlecht. Aber wenn es jemandem gut geht, wird er nichts ändern. Und dann versucht er mit allen Mitteln, seinen Stand zu halten – und das geht dann zu Lasten von YouTube & Co. Schade eigentlich.]]>

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Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 07. November 2006 um 16:20 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie news abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.


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