Hannes’ Blog

Die Bahn – Unternehmen Verspätung

Achtung: Dieser Artikel hat keinen Inhalt und ist dafür schrecklich lang. Ich musste mit der Deutschen Bahn fahren – und da kann man nur verblöden und schwafeln. Und das hab ich auch gemacht.

Gerade sitze ich im Zug, alles so weit in Ordnung, relativ leer und nur mittelmäßig eng – zwar saukalt – aber OK. Wenigstens fahre ich dieses mal – die letzten Reisen mit der Bahn dauerten ausnahmslos doppelt so lang wie geplant und die allerletzte führte gar nicht zum Ziel – denn als der Zug seinen Stillstand in Oberuntertupfingen beendete war die Veranstaltung, die der Grund der Reise war, schon vorbei. Momentan fährt zumindest alles. Dennoch fühle ich mich als überzeugter Anhänger der individuellen Mobilität arg kastriert. Denn jetzt sitz ich hier, langweile mich zu Tode und darf einer Dame deren beste Tage schon lange in Vergessenheit geraten sind beim lautstarken Gespräch mit ihrem laufenden Muff zuhören. Ich will dieses etwas – welches durchaus für die Reinigung von Schornsteinen zu gebrauchen wäre – jetzt nicht als Hund titulieren, da sonst alle andern Hunde die diesen Blog lesen Selbstmord aus Scham begehen müssten. Eine andere Frau tut sehr geschäftig, hechtet alle paar Sekunden auf ihren Blackberry und drückt wie wild mit den Daumen irgendwelche Texte da rein. Erbärmlich – bin ich froh dass ich ne Tastatur hab. Neben mir sitzt ein älterer Mann, der die ganze Zeit gebannt, seine Handtasche festkrallend, auf die Geschwindigkeitsanzeige des Zuges schaut. Da brauch ich nun nicht mehr hinschauen, die Geschwindigkeit lässt sich exakt im Gesicht des Mannes ablesen. Der Ausdruck variiert von glückseliger Ruhe, Gelassenheit und absolutem Wohlbefinden im Stillstand zu verkrampfter Angst und panischer Hilflosigkeit bei 284km/h. Ansonsten ist es nett zu beobachten wie die Leute die von draußen in legerer Herbstkleidung den Zug betreten und sich dann Stück für Stück erst in zusätzliche Pullis, dann in Jacken und kurz darauf in Schals verpacken um sich schließlich mit allem was sie kriegen können in einer Ecke einmummeln. Da sag noch einer was gegen die Klimaanlagen in ICE’s – wenn was funktioniert, dann die.

Aber zurück zur Langeweile – was tun? Nachdem mich nach 5 Minuten im Zug die Untätigkeit mal wieder total auffraß, kamen mal wieder die Argumente der überzeugten Zugfahrer. ‘Da kann man was lesen!’ Ja. Schön. Ich will aber nix lesen, ich will was tun. ‘Da kann man was arbeiten!’ Nein. Leider nicht. Dachte ich auch. Meine Homepage liegt jetzt seit einigen Jahren unverändert auf dem Server, gefällt außer mir nun wirklich gar keinem und ist auch so sehr unzweckmäßig. Der Inhalt ist nicht grafisch aufgegliedert, zu viele Inhalte, für außenstehende undurchsichtige Aufteilung und viiieeeeel zu viel Text. Das weiß ich alles, das war mir auch immer egal – aber heute wollte ich das ändern. Einfach alles komplett neu machen. Ich hab ja sonst nix zu tun. Aber leider hat die Bahn nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart und die Vergangenheit komplett verschlafen. Man kann sich heute an jedem noch so albernen und unnötigen Ort in einen HotSpot einwählen – nur in der Bahn nicht. Hier gibts nämlich keinen. Wie albern ist das denn? Damit hat sich das mit dem in der Bahn arbeiten schon erledigt. Wie soll ich eine Internetseite ohne Internet machen? Zumindest nicht effektiv. Und wenn dieses Problem nur ein Promille der Kunden betrifft: Nicht mal die Mails erledigen kann man hier; und das betrifft mehr. Fakt ist: Ein Zug dem ein Image der Business-Klasse aufgeprägt wird und 2007 nicht über WLAN verfügt ist definitiv nicht zeitgemäß.

Liebe Bahn, wenn Du das liest denk mal drüber nach. Ich kann das natürlich nicht beurteilen, aber ich glaub die Kundenfreundlichkeit und den Service zu erhöhen bringt mehr als zu Streiken.

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Dieser Beitrag wurde am Freitag, 19. Oktober 2007 um 08:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Humor, news abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.


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