Da ich für mein Praktikum 6 Monate in Ingolstadt wohne, war ich vor einigen Wochen auf der Suche nach einem Internetanbieter, der Verträge ohne Mindestlaufzeit anbietet. Zur Auswahl standen Versatel und Alice. Die Wahl ist – trotz der bekannten Mängel – auf Alice gefallen. Das war allerdings ein großer Fehler, denn die schlimmsten Erwartungen wurden noch übertroffen. Aber am besten von vorne.
Nach der vollständigen Eingabe meiner Daten – was naturgemäß einige Zeit beanspruchte – bekam ich eine Fehlermeldung die besagte, dass nichts übertragen und gespeichert wurde. Als diese Fehlermeldung beim zweiten Versuch erneut kam, habe ich die Hotline (kostenlos) angerufen, um dort zu bestellen. Das dauerte zwar noch länger, funktionierte aber.
Ein paar Tage später kamen dann Auftragsbestätigungen. Zwei an der Zahl, mit verschiedenen Rufnummern aber gleicher Kundennummer. Anscheinend hatte einer der beiden Internetversuche doch funktioniert. Diesen Doppeltvertrag wollte ich bei der Hotline melden und einen der Aufträge stornieren, aber dann kam die erste Überraschung: von der kostenlosen Bestellhotline wurde ich recht harsch an eine Hotline mit 0180-5er Nummer verwiesen. Dort konnte mir nach zwei Versuchen sogar geholfen werden.
Am 14.11. war Anschalttermin, am 12.11. war ein Zettel in meiner Post mit Ankündigung der erneuten Zustellung am 13.11. (wo ich aber auch arbeiten musste), zum Glück hat am 14. dann jemand das Paket für mich entgegen genommen. Im Paket befand sich ein WLAN-Modem. Ja richtig, kein WLAN-Router – sondern ein WLAN-Modem. Bis ich das herausbekam, brauchte ich auch eine Weile. Die Anleitung die sich laut Anschreiben auf der mitgelieferten CD befindet, existiert nicht. Dort ist nach einigem Suchen lediglich eine Verkabelungshilfe zu finden, und der Installer einer Mac-Software die angeblich Pflicht und die einzige Möglichkeit zur Konfiguration ist. Dies ist jedoch das schlimmste Stück Software, das mir jemals untergekommen ist. Der Installer zerhackt sämtliche Systemeinstellungen von Netzwerkkonfigurationen bis hin zur Browser-Startseite, stürzt dann ab und hinterlässt ein nicht funktionierendes System. Nach einiger manueller Suche, dem Anschließen eines Routers, einigem Hacken und einer großen Portion angewendetem Netzwerk-Know-How waren die Fehler beseitigt und der Internetzugang konfiguriert. Jedem Alice-Kunden kann ich nur raten die mitgelieferte CD direkt zu entsorgen – das hätte mir viel Arbeit erspart. Der Zugang funktionierte aber, und auch die angepriesene Geschwindigkeit von ‘bis zu 16.000 Kbit/s’ wurde erfüllt, wobei die Betonung mehr auf ‘bis zu’ liegen muss als auf ’16.000 Kbit/s’. Ich würde ISDN als geeigneten Benchmark angeben, das wäre realistisch.
Heute kam die erste Rechnung. Zusätzlich zu den legitimen Positionen findet sich dort noch eine Position von 29,90 für die ‘Web to Go!’-Option. Diese habe ich jedoch nie bestellt und brauche sie auch wirklich nicht. Nach einem erneuten Anruf bei der 0180-5er Hotline erfuhr ich zunächst, was diese zu bedeuten hätte: Es handelt sich hierbei um das WLAN-Modem, wobei die Gebühr nur für die Bereitstellung erhoben wird, das Gerät muss ich nach Kündigung des Vertrages trotzdem zurückschicken. Weiterhelfen konnte mir die Dame jedoch nicht, die einzige Möglichkeit sei es, mich schriftlich auf dem Postweg bei HanseNet in Hamburg zu beschweren. Das eine Lösung der Probleme per Telefon oder zumindest per eMail bei einem Internet- und Telefonanbieter nicht möglich ist, spricht meines Erachtens schon Bände über die Kompetenz dieses Anbieters. Der Beschwerdebrief ist verfasst, ich bin mal gespannt wie das weitergeht…
Nach Meiner Meinung gilt: Alice – die schlechteste Verbindung. Ein mal und nie wieder.