Hannes’ Blog

Komische Dinger. Oder: QR-Codes

qrcode In der Werbung findet man in letzter Zeit immer häufiger diese merkwürdigen Muster, die auf den ersten Blick so überhaupt keinen Sinn ergeben. Der Schein trügt jedoch, denn es handelt sich um QR-Codes – und diese sind im Prinzip eine Weiterentwicklung der Strichcodes, wie man sie bereits aus der Preiskennzeichnug für Supermarktkassen kennt. Allerdings kann ein Strichcode (eindimensional) lange nicht so viel Information beinhalten wie ein QR-Code, da dieser zweidimensional ist.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen Strichcodes und QR-Codes ist ein nicht-technischer. Während Strichcodes meistens für Produktkennzeichnungen verwendet und fast ausschließlich im geschäftlichen Rahmen genutzt werden, werden QR-Codes oftmals auch eingesetzt, um von jedermann verwendet zu werden.

Wie kann ich QR-Codes lesen?

Zur Entschlüsselung von QR-Codes wird lediglich ein Mobiltelefon mit Kamera und einer entsprechenden Software benötigt. Diese Software wird von verschiedenen Herstellern angeboten und ist meistens auch kostenlos verfügbar. Für Java-taugliche Handys hat sich bei mir der Kaywa-Reader bewährt, den man nach einer Registrierung auf der Kaywa-Seite kostenlos für die meisten Handymodelle herunterladen kann. Für das iPhone gibt es beispielsweise den BeeTagg Reader, BarcodesBarcode oder mobile-tag, für den BlackBerry, auf Palm, Symbian oder für Windows Mobile gibt es z.B. BeeTagg.

edit: In den Kommentaren wird i-nigma empfohlen (AppStore-Link).

Nachdem die entsprechende Software installiert und geöffnet ist, muss der QR-Code nur noch möglichst gerade, komplett und formatfüllend abfotografiert werden, und die gespeicherten Informationen stehen dem Nutzer sofort zur Verfügung.

Wie werden QR-Codes eingesetzt?

Guerrilla Noticeboarding by Adrian ShortQR-Codes können eingesetzt werden, um ergänzende Informationen zu einem Gegenstand, Artikel oder sonst etwas in der realen Welt zur Verfügung zu stellen. In Frankfurt sind einige Sehenswürdigkeiten beispielsweise mit QR-Codes versehen, die dem interessierten Passanten weitere Informationen zu den jeweiligen Orten liefern. Die Deutsche Bahn nutzt QR-Codes, um die zu Hause ausgedruckten Tickets der Fahrgäste einzulesen. Mazda versieht Werbungen in Zeitschriften mit QR-Codes, die weitere Informationen zu den Fahrzeugen liefern. Die Berliner Sparkasse stellt über QR-Codes ein Online-Gewinnspiel bereit. Informationstafeln können wesentlich übersichtlicher gestaltet werden, wenn sie nur die Überschriften enthalten, und die tiefergehenden Informationen via QR-Code aus dem Internet geladen werden (siehe Bild).

Saarschleife by stanVerschiedene Geschäfte versehen ihre Eingangstüren mit QR-Codes, die Informationen zu den Öffnungszeiten, zu Kontaktmöglichkeiten und ggf. eine Weiterleitung zum Online-Shop liefern, falls der Kunde mal vor verschlossenen Türen steht. Auf Konzertplakaten kann beispielsweise auf eine Seite mit Hörbeispielen der Band, dem Termin und einer Wegbeschreibung zum Veranstaltungsort verwiesen werden. Das Projekt Semapedia.org hat sich zum Ziel gesetzt, die virtuelle mit der realen Welt zu verknüpfen und bietet dazu die Möglichkeit, QR-Codes zu Wikipedia-Seiten auszudrucken und diese an den entsprechenden Orten aufzuhängen. Ein Verzeichnis mit Bildern und Kartenmarkierungen der aufgehängten Codes findet sich ebenfalls auf der Semapedia.org.

Der Vorteil von diesen Einsatzmöglichkeiten liegt auf der Hand, da erstmalig der Mediensprung von Print auf Web einfach und ohne große Fehlerquellen (durch Tippfehler o.ä.) möglich ist. Wo man sich früher URLs merken und zu Hause eingeben musste oder mehr oder weniger lange auf google suchen musste, ist mit QR-Codes der direkte Abruf von Informationen möglich.

Das ganze funktioniert erst mit heutiger Technologie (QR-Codes statt Strichcodes, leistungsstarke Handys mit Kamera & mobiles Internet) richtig gut, da ein QR-Code relativ viel Information beinhalten kann, also auch Texte oder Internetadressen. Und durch letzteres steigen die Möglichkeiten natürlich ins unendliche. Ein klassischer Strichcode kann wesentlich weniger Information beinhalten; in der Regel sind das Nummern – z.B. eine ISBN. Eine Nutzung von Strichcodes im privaten Rahmen ist somit auch möglich, aber bei weitem nicht so vielseitig und weit verbreitet.

Exkurs in die Strichcode-Welt

Als Beispiel für die private Nutzung von Strichcodes möchte ich eben jenen Strichcode auf Büchern erwähnen, der die ISBN enthält. Hiermit kann man nämlich schnell und einfach sein privates Buchverzeichnis erstellen, indem man die Software Books für MacOS X nutzt. Dazu müssen die Bücher lediglich vor die Webcam des Rechners gehalten werden, Books erkennt den Barcode auf der Rückseite des Buches, ermittelt daraus die ISBN und lädt aus einer Anbindung an die Amazon-Datenbank alle Informationen zum Buch herunter. Der heruntergeladene Datensatz enthält alle relevanten Informationen von Titel und Autor über Jahr und Verlag bis hin zum Coverbild, so dass eine vollständige und auch optisch ansprechende Datenbank erstellt wird.

Das ist zwar nett – aber QR-Codes sind durch den höheren Informationsgehalt universeller und können daher sehr viel mehr.

QR-Codes selbst erstellen

Möchte man selbst Informationen via QR-Code zur Verfügung stellen, so ist das kein Problem. Auf Webseiten wie qrcode.kaywa.com, openqrcode.com oder mobile-barcodes.com ist es sehr einfach möglich, eigene QR-Codes zu erstellen und diese für eigene Zwecke zu nutzen. Der Kreativität, wofür man die Codes nutzen möchte, ist dabei keine Grenze gesetzt. Für den häufigeren Nutzer, der sich schnell URLs vom Rechner aufs Handy übertragen will, kann auch das MacOS X Widget QR Code Reader von Rafel Dohms interessant sein – speichern kann man die erzeugten Codes leider nicht. Für Vollprofis gibt es z.B. mit Barcode Studio auch kostenpflichtige Programme, die über viele Funktionen verfügen und viele Code-Typen erstellen können. Wer ein Poster mit QR-Codes aus einem RSS-Feed erstellen möchte (Stichwort Informationstafeln, siehe Bild oben), der sollte sich mal bei barcodeposters.com umschauen (zur Verdeutlichung hier eine Poster-Version von meinem Blog).

Viel Spaß!

(image credits: Adrian Short & stan)

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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 12. November 2009 um 03:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Sonstiges, web abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Kommentare »

  1. schöne Erläuterung der “komischen Dinger” ;)

    Oft empfohlen wird auch Inigma als Scanner und Quickmark gefällt mir auch ganz gut.
    Was ich schon öfter genutzt habe .. es gibt PlugIns für Firefox, die Dir aus dem aktuellen URL, einem Link oder dem markierten Text einen QR-Code erstellen und somit lassen sich die Infos schnell und leicht ins Handy transportieren.

    Ich habe auch schon auf Webseiten mit Software Downloads (fürs Handy) gesehen, daß der Downloadurl als QR-Code dargestellt ist .. einfacher gehts nun wirklich nicht mehr :)

    Bei meiner nächsten Fotoausstellung (Ende des Jahres) möchte ich auch allen Fotos einen QR-Code nebendran stellen, der zu einer Webseite führt, auf der sich der interessierte Betrachter weitergehende Informationen zu dem Foto abrufen kann (EXIFs, Aufnahmeort, …).

    Achja, man sollte bedenken die Webseiten, auf die man mit einem QR-Code verweist so zu erstellen, daß die Seite auch mit einem Handy betrachtet werden kann, denn schließlich werden die Codes in den allermeisten Fällen mit dem Handy gelesen. Also Flash und sonstiges böses Zeug sollte auf der Seite dann besser nicht mit drauf sein, denn daß können die wenigsten Handy darstellen.

    Ciao
    lammy

    Kommentar: lammy – 12. November 2009 @ 10:07

  2. Hi,
    in diesem Blog gibt es ziemlich viele Infos über die Verwendung von QR-Codes, Mobile Tagging im allgemeinen und speziell in Deutschland. Ebenso gibt es Tips und Links zu den wichtigsten Readern und zur aktuellen Entwicklung. Einfach mal vorbeischauen und z.B. im Blog nach Japan, Auto, ZKM oder Sparkasse suchen.
    Grüße, Stefan
    http://www.tagmotion.de.

    Kommentar: stefan – 12. November 2009 @ 11:41

  3. Ich hab noch ein paar Links zum Thema gesammelt, die ich hier in den Kommentaren zur Verfügung stellen möchte:

    – Der elektrische Reporter berichtete im Mai 2007 über QR-Codes
    Features des QR-Codes
    – QR-Code Seite der TU-Graz
    Artikel mit Video von ABC News
    The Sun berichtete.
    – Eine QR-Gürtelschnalle bestellen.
    – Ein paar Links von vernetzt.es, auch zur technischen Seite der Erstellung.

    Kommentar: Hannes – 14. November 2009 @ 23:17

  4. Hi,

    Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung, jetzt versteh ich die komischen Muster endlich!

    Kommentar: stef – 17. Februar 2010 @ 17:55

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