Hannes’ Blog

Signs – ein wunderbarer Kurzfilm

Freitag, 25. Juni 2010 von Hannes

Dieser Kurzfilm ist so schön, dass er einen Platz in diesem Blog verdient hat:

gefunden bei daswandblog

flattr – ein Social Media-taugliches Micropayment System?

Sonntag, 20. Juni 2010 von Hannes

Inzwischen stößt man auf immer mehr Webseiten auf das flattr-Widget – so auch in diesem Blog. Das Widget besteht aus dem flattr-Logo/Schriftzug und einer Zahl – oder alternativ den Worten “flattr this!”. Was es damit auf sich hat, beschreibt dieses Video recht gut:

Zusammengefasst

Jeder flattr-Nutzer zahlt monatlich einen bestimmten Betrag an flattr und kann dann bei allen bei flattr gemeldeten Inhalten auf das oben genannte flattr-Widget klicken. Am Ende jedes Monats wird der Montasbeitrag zu gleichen Teilen an die Urheber der jeweiligen Inhalte aufgeteilt. Der monatliche zu vergebende Betrag ist zwischen 2€ und 100€ frei wählbar. Eigene Inhalte kann jeder flattr-Nutzer eintragen und somit Klicks und damit auch Geld von anderen flattr-Nutzern bekommen.

Zahlen auf freiwilliger Basis

flattr ist somit eine Umsetzung der häufig von Kreativen geforderten freiwilligen Micropayment-Systeme. Jeder kann etwas zahlen, muss aber nicht. Außerdem kann jeder den Betrag zahlen, den er entbehren kann oder den er bereit ist, für die Inhalte auszugeben. Außerdem beruht das System natürlich darauf, dass nicht Einzelne die Inhalte mit großen Beträgen tragen (wie in den klassischen Medien, wo z.B. eine Zeitung einen Journalisten für einen Artikel oder ein Foto entlohnt), sondern sich die Summe aus vielen kleinen Beträgen von vielen Menschen bildet. Je nachdem, wen man mit seinen Inhalten anspricht bekommt man als kreativ Schaffender daher viel oder wenig Geld. Der Wunsch ist natürlich immer, dass Leute bereit sind mehr zu zahlen, wenn die Zahlung freiwillig ist.

Die Realität

In der Realität sieht das alles noch ein bisschen anders aus. Im Falle von flattr lässt sich das darauf zurück führen, dass der Service noch sehr neu und unter den meisten Internet-Nutzern noch völlig unbekannt ist. Außerdem ist der Service noch in einer halb geschlossenen Beta-Phase, so dass noch keine freie Anmeldung möglich ist, sondern man eine Einladung eines anderen Nutzers benötigt. Aber ich denke, dass trotzdem schon Tendenzen zu erkennen sind.

Schaut man sich die bei flattr eingestellten Inhalte an, fällt auf, dass das Chaosradio und netzpolitik.org seit Wochen unangefochten die “Charts” mit den höchsten Klickzahlen anführen, während bei sehr vielen Inhalten der Zähler nach wie vor auf Null steht. Es scheint also, dass sich die Geldbeträge schwerpunktmäßig auch hier wieder auf wenige Inhalte verteilen.

Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass es schwer ist, Inhalte zu gewichten. Wenn ich also einen Inhalt “flattre”, kann ich das weder rückgängig machen, noch kann ich ein zweites mal klicken und den Inhalt erneut flattrn. Vielleicht möchte ich aber im gleichen Monat einer großartigen Website, die ich täglich lese, mehr zukommen lassen, als einem mir völlig unbekannten Blog, der nur ein witziges Video von seinem Wochenendtrip zeigt. Dazu habe ich bei flattr keine Möglichkeit.

Was ich außerdem nicht einschätzen kann, ist die Anzahl der Leute, die sich bei flattr anmelden um zu zahlen – und nicht um zu empfangen. Was am flattr-Prinzip super ist, ist dass jeder der empfangen will auch zahlen muss. Somit machen es die (meist auch Inhalte-produzierenden) Early Adopter den anderen vor, und fangen an selbst zu flattrn. Dennoch tauchen auf der Seite natürlich nur die Inhalt-Produzenten auf, jemand der nur zahlt ist für die anderen Nutzer unsichtbar. Das Verhältnis von Zahlenden zu Empfangenden ist somit schwer einschätzbar. Super wäre eine Statistik seitens flattr, die anzeigt welcher Prozentsatz an Nutzern bereits eigene Inhalte eingetragen hat. Das würde zwar keine verlässliche Zahl bringen, in meinen Augen aber eine Richtung anzeigen, wie viele Nutzer sich ausschließlich zum Bezahlen anmelden – und ich weiß, dass es solche Nutzer gibt. Nach meiner Ansicht wäre der Anteil dieser Leute eine sehr interessante Zahl, die evtl. etwas über die Qualität eines solchen Services aussagen könnte.

Vergleich und Aussicht

Die Idee mit dem “freiwilligen Bezahlen” ist nicht neu. Zu Schulzeiten habe ich auf Schulbandfesten damit beste Erfahrungen gemacht. Eltern, Großeltern und Verwandte – also Leute die eine enge Beziehung zu dem Projekt hatten – haben immer gerne Beträge gezahlt, die als Eintritt eine Unverschämtheit gewesen wären. Im Endeffekt kam bei solchen Veranstaltungen immer mehr in die Kasse, als wenn feste Beträge für Eintritt und Essen vorgegeben wurden. Auf reinen Schülerpartys sah die Sache dann schon wieder ganz anders aus.

Auch im digitalen Bereich ist das System nicht neu. Oft helfe ich Freunden und Bekannten bei irgendeiner Sache am Rechner / mit dem Server oder mit einer kleinen Bildretusche aus. Die Frage “Was schulde ich Dir?” beantworte ich dann natürlich immer mit “Nichts!” – denn ich möchte kein Geld von meinen Freunden. Wenn dann ein “Doch, unbedingt, sonst hab ich ein schlechtes Gewissen!” folgt, habe ich mir angewöhnt, den Link zu meinem Wunschzettel auf amazon zu schicken. Die Aussage dahinter ist: “Ich will kein Geld von Dir, aber mit diesen Dingen kannst Du mir eine Freude machen.”

Der angenehme Nebeneffekt ist, dass jeder sich in dem Umfang “bedanken” kann, den er für richtig hält. Oder – anders ausgedrückt – jeder der zahlen will, zahlt das, was ihm die Hilfe wert war. Die Erfahrungen damit sind eindeutig und Bizarr: Die Leute mit dem geringsten Budget machen teilweise Geschenke, bei denen ich das schlechte Gewissen bekomme – die Leute mit dickem Auto und Geld wie Heu nehmen das “nichts” sehr wörtlich. Aber das muss man dann auch akzeptieren – so ist das mit der Freiwilligkeit. Wundern darf man sich über die geizigen Reichen übrigens auch nicht: Man wird schließlich nicht von dem Geld reich, was man verdient, sondern von dem, was man nicht ausgibt.

Ich bin gespannt, wie sich flattr entwickelt. Bei mir geht dort bislang wenig bis gar nichts. Wie sieht das bei Euch aus? Habt Ihr schon Erfahrungen damit gesammelt? Seid Ihr schon dabei? Wenn nicht – würde es Euch reizen? Was haltet Ihr von dem System?

Die Erben der SMS – Messenger fürs iPhone im Test

Sonntag, 13. Juni 2010 von Hannes

Mit dem App Store und der Push-Funktion fürs iPhone kamen nach und nach die ersten Messenger. Das sind im Prinzip kleine Programme, die die Funktionalität bieten kurze Nachrichten an Freunde zu senden. Der Vorteil dieser Programme liegt darin, dass sie direkt auf dem Bildschirm des Gegenübers erscheinen (wie eine SMS), der Versand aber trotzdem kostenlos ist – und das sogar Länderübergreifend. Nach und nach kamen dann noch Funktionen zum Anhängen von Bildern, Videos oder Ortsangaben dazu.

Die meisten Funktionalitäten hierbei bietet zwar auch eine gewöhnliche eMail, die Vorteile hier sehe ich in der anderen Nutzungsebene. Viele Leute haben die Push-Funktion für eMails deaktiviert, da zu viele nicht relevante Mails ankommen von denen man nicht gestört werden möchte. Daher ist die zusätzliche Ebene eines Push-Services der näher am Nutzer liegt und ausschließlich für persönliche Nachrichten gedacht ist sehr angenehm.

Heute möchte ich die Vor- und Nachteile von vier verschiedenen Programmen zeigen: WhatsApp, pushme.to, PingChat! und Group Text von brightkite. Hierbei bieten alle Programme gewisse Vorteile, WhatsApp und PingChat! sind sehr ähnlich, während Group Text eine gewisse Sonderrolle einnimmt.

WhatsApp

WhatsAppWhatsApp ist sozusagen der Platzhirsch auf dem iPhone. Die Verbreitung ist sehr groß – das ist aber in meinen Augen auch schon der einzige Vorteil dieser App. Denn WhatsApp kostet Geld (aktuell 0,79€), während PingChat! (s.u.) einen größeren Funktionsumfang umsonst bietet. Wie so oft hat sich hier etwas teureres und in meinen Augen schlechteres durchgesetzt.

WhatsApp gibt es für iPhone und BlackBerry; laut dem heutigen Stand ist eine Version für Android und Nokia Symbian in Arbeit. Push wird voll unterstützt und an die Nachrichten können Fotos, Videos, Sprachnotizen, Kontakte und der momentane Standort angehängt werden. Zudem wird der Nutzer über den Sendestatus der Nachrichten durch kleine und eindeutige Symbole informiert. Ein Account ist nicht notwendig, die App registriert sich über die Telefonnummer.

Außerdem ist WhatsApp mit dem Adressbuch verknüpfbar. Aber: Wenn man der App Zugriff auf das Adressbuch gewährt, werden automatisch alle WhatsApp-Nutzer aus dem eigenen Adressbuch angezeigt. Dies erfordert nach meinem Verständnis, dass alle in meinem Adressbuch gespeicherten Telefonnummern für einen Abgleich zum WhatsApp-Server geschickt werden müssen. Das hat mich ehrlich gesagt schockiert, denn zwischen “Zugriff gewähren” und “alle Daten heim funken” liegt in meinen Augen ein himmelweiter Unterschied. Abgesehen davon möchte ich vielleicht auch nicht alle Leute aus meinem Adressbuch in meiner WhatsApp-Liste haben.

Die App selbst läuft bei mir so mittelmäßig zuverlässig, einige Nachrichten kamen trotz angezeigtem grünen Häkchen nicht an, und wurden mir beim nächsten Start der App erst als Fehler angezeigt.

pushme.to 2.0

pushme.topushme.to bietet neben den Nachrichten von App zu App auch die Möglichkeit des Webinterfaces an. Ich kann also ein Widget in meine Website oder meinem Facebook-Profil einbinden, über das mir jeder Besucher eine Sofortnachricht schicken kann. Außerdem kann man auch über das Aufrufen von http://pushme.to/nickname/ auch Konversationen zwischen dem iPhone und einem beliebigen Webbrowser führen.

Die Verwendung der App erfordert einen Account, eine Verknüpfung mit dem Adressbuch ist möglich (mehr Info dazu in den FAQ). Das Anhängen von Fotos ist möglich, jede Nachricht wird gepusht. Die iPhone-App ist mit 2,39€ nicht wirklich billig – das ist trotz der schicken Web-Funktionen natürlich als dicker Nachteil zu werten. Ein weiterer großer Nachteil ist die bisher fehlende Implementierung für andere Plattformen wie Android oder Symbian. Die fehlenden Apps können in meinen Augen durch das Webinterface nicht ausgeglichen werden, da hier essenzielle Funktionen – wie beispielsweise Push – fehlen.

PingChat! 2.0

PingChat!PingChat! hat eine enorme Ähnlichkeit zu WhatsApp. Auch hier braucht man keinen Account da die Registrierung über die Telefonnummer erfolgt; außerdem gibt es einen Sendebericht in Form von Symbolen. Eine Verknüpfung mit dem Adressbuch ist auch bei PingChat! möglich – hier meines Wissens allerdings ohne den Datenschleudereffekt. Ebenso können Fotos, Videos, Sprachnotizen, Kontakte und der momentane Standort an jede Nachricht angehängt werden.

Dennoch übertrumpft PingChat! WhatsApp in meinen Augen, denn es ist erstens kostenlos und unterstützt zweitens auch Gruppenfunktionen. Ich kann mich also mit einer Gruppe – sei es ein Team im Beruf oder ein privater Freundeskreis – mobil und in Echtzeit austauschen, jeder bekommt jeden Stand mit und die komplette Konversation verteilt sich nicht auf mehrere Einzeldialoge. Das ist für mich ein absolutes Killer-Feature. Ein Nachteil von PingChat! ist die Nutzerzahl, zumindest aus meinem Bekanntenkreis haben sehr wenig Leute die App installiert.

Leider gibt es PingChat! momentan bisher nur als iPhone-App, die Apps für Android und BlackBerry sind laut der PingChat!-Seite allerdings in Arbeit.

Group Text

Group TextGroup Text von brightkite ist eine App, die die Grundfunktionalität der Conversations aus der brightkite-App ausklinkt und als eigenständiges Programm anbietet. Und genau darin liegt der große Vorteil von Group Text, da es auf eine Funktion zurückgreift, die bereits in Apps für alle gängigen Plattformen eingebunden ist. Mit anderen Worten: Group Text läuft im Rahmen der jeweiligen brightkite-Apps sowohl auf dem iPhone, als auch unter AndroidBlackBerryNokia oder Palm, außerdem gibt es ein Webinterface über brightkite.com. Für alle mobilen Browser steht http://m.brightkite.com zur Verfügung, für jeden der mehr wissen will empfehle ich die Group Text FAQ.

Um die Group Text App auf dem iPhone nutzen zu können, braucht man einen brightkite-Account – zu Konversationen kann man allerdings auch Leute mit jedem normalen SMS-fähigen Telefon einladen; auch wenn das aus Kostengründen nur bedingt sinnvoll ist, da der SMS-Server in UK steht. Es ist somit für andere nicht nötig, die Software zu installieren – allerdings kann man in Deutschland keine brightkite-Nachrichten über SMS empfangen, sondern nur senden. Eine Auslesen der Nummern aus dem Adressbuch ist möglich. Auf dem iPhone werden alle Nachrichten von Group Text gepusht, an die Nachrichten kann man Fotos und eine Standortangabe anhängen.

Auch hier gibt es die Möglichkeit Konversationen in Gruppen zu führen, was in meinen Augen wie schon gesagt ein Killer-Feature ist. Im Gegensatz zu PingChat! müssen hier aber nicht alle Gruppenmitglieder ein iPhone besitzen; durch das Webinterface und die Einbindung von SMS, Android, BlackBerry etc. pp funktioniert Group Text in so ziemlich jeder Gruppe – nicht nur in der iPhone-Geek-Gruppe.

Die iPhone-App ist noch recht neu und ich habe gehört, dass sie auch mal crasht – auch wenn ich das bisher nicht erlebt hab. Für diesen Fall empfehle ich einfach die normale brightkite iPhone-App zu installieren, sie beinhaltet nämlich die komplette Group Text Funktionalität, ist auch kostenlos und läuft sehr stabil.

Eine Übersicht

WhatsApp pushme.to PingChat! GroupText
App kostenlos (iPhone) - - + +
Benutzung kostenlos + + + +
über Rechner verwendbar - + - +
iPhone App + + + +
Android App - -8 - +1
BlackBerry App +1 -8 - +1
Nokia / Symbian App - -8 - +1
Palm App - -8 - +1
kein Account nötig +2 -9 +2 -9
Adressbuchverknüpfung (iPhone) + + + +
Adressbuchschleuder (iPhone) -3 + + +
Anhängen von Medien +4 +5 +6 +7
Anhängen von Orten + - + +
Gruppenfunktionen - - + +
Push (iPhone) + + + +
Ergebnis 8/15 7/15 10/15 14/15

1 nicht von mir getestet
2 Die Anmeldung erfolgt über die Telefonnummer
3 offenbar Abgleich des privaten Adressbuches mit Server (s.o.) daher schlecht bewertet.
4 Fotos, Videos, Sprachnotizen, Kontakte, momentaner Standort
5 Fotos
6 Fotos, Videos, Sprachnotizen, Kontakte, momentaner Standort
7 Fotos, momentaner Standort
8 Funktioniert aber wohl über das webinterface via http://pushme.to/nickname/ (nicht getestet)
9 Account nur nötig wenn man die App installieren will, die Nutzung als Konversationsteilnehmer ist ohne Account möglich

Fazit

In meinen Augen ist eine Nutzbarkeit für Gruppenkonversationen und damit verbunden auch die Kompatibilität zu anderen Plattformen das wichtigste, daher ist Group Text von brightkite mein persönlicher Favorit – zumal man hier nicht mal unbedingt ein internetfähiges Handy braucht. Die Abrundung durch hier nicht erwähnte Funktionen außerhalb des Messaging-Bereiches tut ihr übriges.

Auf Platz 2 folgt für mich aufgrund seiner Funktionsvielfalt PingChat!, auch wenn es momentan – also ohne Android und BlackBerry-Apps – noch keine Alternative darstellt.

In meiner persönlichen Ansicht folgt pushme.to auf Platz 3 – das Widget und die Möglichkeit des Browser-to-iPhone-Chats sind sehr spannend. Dicke Minuspunkte gibts nur für den viel zu hohen Preis.

Abgeschlagen auf dem vierten Platz liegt für mich WhatsApp. Kostenpflichtig, nicht zuverlässig und mein Adressbuch nach Hause funkend ist hier jegliche Sympathie bei mir verspielt. Schade.

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