Hannes‘ Blog

Path – Ein neues Modell für Social Media?

Sonntag, 08. Januar 2012 von Hannes

Path gibt es seit November 2010, ich selbst bin seit dem 1. März 2011 dabei. Nach einer kurzen Testphase mit durchschnittlicher Nutzung habe ich es aufgrund der wenigen Nutzer in meinem Freundeskreis wieder ad acta gelegt. Seit wenigen Monaten erfährt Path jedoch eine Renaissance – die Nutzerzahlen steigen merklich und auch in meinem Bekanntenkreis gibt es immer mehr Nutzer und Interessenten.

Einige Fragen bekomme ich seitdem regelmäßig gestellt – allen vorweg die Frage, was Path denn nun von twitter, facebook oder instagram unterscheide. Daher möchte ich diese (und die ein oder andere weitere) Frage aus meiner Sicht hier im Blog beantworten.

Was ist Path eigentlich?

Path ist zunächst ein Onlineservice, der es ermöglicht, Erlebnisse mit seinen Freunden und Bekannten zu teilen. So können beispielsweise Bilder, Videos, Texte, gehörte Musik, an gemeinsamen Erlebnissen beteiligte Freunde und besuchte Orte den auf Path angemeldeten Freunden mitgeteilt werden. Einige der Inhalte können verknüpft werden, so dass z. B. zu jedem Gedanken oder Erlebnis auch ein Ort und die beteiligten Freunde vermerkt werden können. Außerdem kann veröffentlicht werden, wann man schlafen geht und wann man wieder aufsteht. Letztendlich lassen sich diese Inhalte auch an facebook, twitter, tumblr und foursquare weiterreichen, wenn man das wünscht.

Dies klingt zunächst wie einer der unzähligen Social-Startup-Dienste, allerdings gibt es ein paar kleine aber feine Unterschiede.

Design

Path ist schön. Echt jetzt. Schlankes, schlau gemachtes Design, das wirklich zum Benutzen anregt. Individuelle Cover, ein flink animierter Blumenstrauß an Posting-Optionen, den man gerne auch mehrfach öffnet und schließt – einfach weil die Animation Spaß macht. Besonders nett ist in meinen Augen auch der Marker, der beim Scrollen in Timelines den üblichen Scrollbalken auf der rechten Seite durch den Zeitpunkt ergänzt, zu dem die gezeigten Ereignisse geteilt wurden. Auch dies ist ansprechend durch die Kombination aus Text und einer analogen Uhr dargestellt. Auch die Foto-Option beinhaltet Filter, die zwar an Instagram erinnern, ihm allerdings qualitativ nicht das Wasser reichen können.

150 Freunde

Freunde sammeln ist bei Path nicht möglich, da die maximale Anzahl an Freunden auf 150 beschränkt ist. Dies schiebt sowohl den krankhaften Freundesammlern (wie man sie von myspace und wkw leider noch bestens gewohnt ist), als auch den gerne auf google+ wohnenden selbsternannten Social Marketing Profis einen Riegel vor. Path selber begründet die Begrenzung so:

We are inspired by Professor Robin Dunbar from Oxford University, whose research delves deeply into the number of trusted relationships humans can maintain throughout life. We tend to have 5 best friends, 15 good friends, 50 close friends and family, and 150 total friends. At Path, we’re building tools for you to share with the people who matter most in your life.

Diesbezüglich meine ich mich auch zu erinnern, dass vor rund einem Jahr nur 50 Freunde möglich waren. Die Steigerung auf 150 kann man schon kontrovers diskutieren. Letztendlich könnte man sich hier auch selbst beschränken – die Frage nach der Wirksamkeit sei dabei jedoch dahingestellt. Dennoch bleibt es abzuwarten, ob die 150er Grenze bestehen bleibt.

Keine Links

Während die meisten Dienste die Option bieten, Links zu teilen – und dies durch integrierte Viewer u. ä. unterstützen, gibt es diese Option bei Path augenscheinlich bewusst nicht. Links werden nur als Text angezeigt und sind nicht verlinkt – und demnach auch nicht antippbar. Dies mag zuerst unsinnig erscheinen, das ist es aber ganz und gar nicht. Denn im Zusammenspiel mit den anderen Eigenschaften, ergibt sich ein durchaus stimmiges Gesamtbild.

Path hat es geschafft, ein neues Modell der Social-Sharing-Services aufzubauen. Bei den klassischen Diensten – als Beispiele seien jetzt mal facebook und twitter genannt – richtete sich der Fokus mit der Zeit immer mehr auf die Inhalte (Content), die einfach via Link von externen Quellen eingebunden werden konnten. Infolgedessen rückte bei vielen Nutzern die Qualität des Contents und dann in letzter Instanz die eigene Reputation in den Vordergrund, während die persönliche Komponente teilweise in den Hintergrund gedrängt wurde. Bei Path ist eine solche Entwicklung – also weg vom persönlichen Netzwerk hin zum inhaltlich bestimmten – durch die genannten Einschränkungen kaum möglich.

Einschub:

Dazu kurz von vorne. Facebook und twitter als „unpersönliche Contentschleudern“ mit Reputationsgier? Wie haben sich facebook und twitter mit dem großen Wachstum entwickelt? Ein paar Beobachtungen hierzu.

Content-Filter beim Sender:

Die Frage „Kann ich das posten?“ höre ich im Bezug auf facebook immer öfter. Konkret halten mir Bekannte ihr Telefon vor die Nase, zeigen mir ein Foto oder einen Text, stellen mir diese Frage und ergänzen diese mit dem Hinweis, dass „da auch Arbeitskollegen und Freunde der Eltern“ mitlesen. Ob das nun falsch angenommene Freundschaftsanfragen, fehlende Nutzung von Listen, falscher Content oder ein systemimmanentes Problem ist, kann diskutiert werden. Die Problematik ist auf jeden Fall da.

Content-Filter beim Empfänger:

Wie oft habt Ihr Beschwerden von Leuten über Dritte gehört: „Die schreibt immer einen Unsinn, das interessiert doch keine Sau!“? Was objektiv korrekt betrachtet eher ein Filter-Problem auf der Seite des Empfängers ist, wird von ahnungsfreien Empfängern gerne als Filterproblem des Senders dargestellt.

Reputation:

Social-Media-Marketing ist in aller Munde. Die Artikel „Wie kriege ich mehr Follower auf twitter?“, „Wie gewinne ich Fans für meine facebook-Seite?“ und „1000 Follower in drei Tagen“ sind in einer Anzahl vorhanden, dass man meinen könnte, sie seien allein für den erhöhten Speicherbedarf weltweit verantwortlich. Der „professionelle Einsatz von facebook“ ist an der Tagesordnung. Und auch viele der privaten Nutzer geben sich große Mühe, sich möglichst positiv darzustellen – selbstverständlich immer im Sinne des in der Öffentlichkeit gewünschten Bildes, welches natürlich von Person zu Person sehr unterschiedlich sein kann.

Der Punkt liegt darin, dass es Inhalte gibt, die auf inhaltlicher Ebene interessant sind. Gute Zeitungsartikel, interessante Blogposts, lustige Bilder und Videos, usw. Für den Austausch solcher Inhalte sind unter Umständen facebook und im Besonderen twitter hervorragend geeignet. Wichtig ist hierbei nicht, woher der Zugang zu diesen Inhalten stammt, sondern wie „gut“ diese Inhalte sind. Daher folgt man auf twitter gerne auch Menschen, die man nicht oder kaum kennt, da man weiß, dass sie gute Inhalte zur Verfügung stellen.

Facebook an sich kommt zwar aus der „Freunde-Ecke“, wird aber inzwischen auch für inhaltliche Infos (Veranstaltungen, Links, …) genutzt. Daher hat es mit dem großen Problem zu kämpfen, persönliche und inhaltliche Inhalte sinnvoll nach dem persönlichen Bedarf des Nutzers filtern zu müssen. Dass dieses Problem angegangen wird, sieht man schon allein an der Voreinstellung „Hervorgehobene Meldungen zuerst“ in der Timeline – ein Filter, der aufgrund der Resonanzbetrachtung die inhaltlichen Infos meist höher als die persönlichen Infos wertet – abgesehen von großen persönlichen Ereignissen wie Hochzeiten oder Geburten.

Das ist auch durchaus verständlich; denn im mittleren dreistelligen Bereich liegende Freundeszahlen sind bei facebook durchaus üblich. Eine solche Anzahl spiegelt auch durchaus ein durchschnittliches soziales Netzwerk (von Nichtsesselpupsern) wieder, welches allerdings überwiegend „Bekanntschaften“ enthält, und keinesfalls ausschließlich „Freunde“ im klassischen Sinne. Und wer will von seinen „Bekanntschaften“ jede persönliche Info erfahren?

Und damit kommt man dem Kernproblem etwas näher. Von „Bekanntschaften“ nimmt man gerne gute Vorschläge (Links) bezüglich Konzerten, Veranstaltungen, Artikeln oder Videos an. Auch Bilder von einer extravaganten Party, einen dummen Spruch und die Info über die kürzlich stattgefundene Verlobung nimmt man gerne wahr. Allerdings gibt es auch viele Infos, die man an dieser Stelle nicht vermissen würde. Dazu zählt das Abendessen der Person, wann sie aufsteht und schlafen geht, dass sie jetzt einkaufen geht und dass sie neue Schuhe hat. Dennoch gibt es auch (enge) Freunde, die sich genau dafür interessieren. Dies kann man zwar wiederum mit Listen (oder der Nutzung der Hervorgehobenen Meldungen) herausfiltern, aber das machen interessanterweise die wenigsten Menschen.

Außerdem gibt es Dinge, die man (senderseitig) unbedingt mit wenigen teilen möchte, aber keinesfalls mit allen. Soll wirklich jeder wissen, dass man gerade im Krankenhaus liegt? Und ist die „enge Freunde“-Liste bei facebook für eine solche Mitteilung wirklich die geeignete Plattform? Bekommen es die entscheidenden Leute darüber tatsächlich mit?

Was Path ausmacht

Genau an diesen Stellen hakt Path ein. Die Begrenzung der Freundschaften sorgt dafür, dass nicht jede Bekanntschaft auf Path hinzugefügt werden kann. Man macht sich automatisch Gedanken: „Möchte ich meine persönlichen Erlebnisse mit dieser Person teilen?“ Dies führt im Idealfall zu einem Netzwerk aus „echten“ Freunden. Auch das Freundesammeln und das erhöhen der in aller Munde liegenden „Reichweite“ ist bei 150 Freunden nicht möglich. Denn 150 „schafft“ wirklich jeder, darüber hinaus aufgrund der Restriktion aber keiner. Somit ist die Sache an sich uninteressant.

Zudem kann man bei Path nicht mit „guten Inhalten“ aus Fremdquellen punkten, da keine Links geteilt werden können. Man kann also davon ausgehen, dass nur „Freundschaften“ eingegangen werden, weil beide Menschen an den persönlichen Erlebnissen des Anderen interessiert sind – und nicht etwa, weil jemand guten Content von dem Anderen erwartet. In diesem Kontext ergeben dann wiederum die anderen Inhalte Sinn. Während es auf twitter im Regelfall niemanden interessiert, wann man aufsteht oder schlafen geht, sind auf Path nur die Leute in der Freundesliste, die sich hierfür tatsächlich interessieren.

Fazit

Nachdem twitter und facebook erwachsen geworden sind und neben persönlichen Infos immer mehr inhaltliche Infos (i.d.R. Links) beinhalten, sind die sehr persönlichen Infos dort aus diversen Gründen nicht immer erwünscht. Diese Lücke versucht Path zu schließen und hat dazu sehr gute Ansätze. Während inhaltliche Infos und der öffentliche Teil der persönlichen Infos (Veranstaltungen, Feste, Jubiläen, …) weiterhin auf den groß gewordenen Netzen ihr Forum finden, können die persönlichen Infos privater Natur (also nur für enge Freunde bestimmte Erlebnisse) auf Path geteilt werden. Und um diese Trennung zu erhalten, gibt es die oben kommentierten Einschränkungen: Wenig Freunde, keine fremden Inhalte und ein hübsches Interface, dass das Eintragen gemeinsamer Erlebnisse vereinfacht.

Mein Tipp: Einfach mal anschauen. Die App gibt’s für iPhone und Android, mehr Infos auf der Homepage von Path.

Achtung E-Post – Eine Warnung

Mittwoch, 03. November 2010 von Hannes

E-Post Werbung

Heute habe ich – wie viele Andere auch – per Postwurfsendung den Werbeflyer für den E-Postbrief erhalten.

Da ich diese Dienste – egal ob E-Post oder De-Mail – in höchstem Maße kritisch bewerte, möchte ich jedem empfehlen, sich vor einer leichtfertigen Anmeldung die folgenden Links anzuschauen:

Außerdem empfehle ich dieses Skype-Interview (nur Ton, kein Bild) mit RA Udo Vetter, welches von lawblog.de geführt wurde. Entsprechend dazu ist ein Artikel auf gutjahr.biz erschienen:

Was ist Eure Meinung zu dem Thema?

Relevanz und neue Filter im social web

Samstag, 02. Oktober 2010 von Hannes

Videos und Witze, bei denen Leute durch die Öffentlichkeit laufen, und ihre Gedanken in die Welt heraus schreien sind als Social Media Parodien seit langem bekannt und werden (teilweise recht „ähnlich“) auch immer wieder neu präsentiert.

Abgesehen, dass diese Witze natürlich unmenschlich witzig sind, gibt es allerdings auch immer wieder ein paar Leute, die das ganze sehr Ernst nehmen und mit „aber genau so ist es doch“ kommentieren. Doch an diesen Leuten ist offenbar eine klitzekleine ziemlich bedeutende Entwicklung vorübergegangen.

Die persönliche Kommunikation wurde nämlich durch die Werkzeuge des heutigen Internets (facebook, twitter, …) um einen neuen Filter erweitert, der bisher nur anderen Kommunikationsformen vorbehalten war. Was ich damit meine, möchte ich am ein oder anderen Beispiel erläutern.

Bei Informationen geht es immer auch um Relevanz und Filter. Es gibt immer mehr Information, als wir in der Lage sind wahrzunehmen oder zu verarbeiten. Daher sind Filter essenziell wichtig – und gute Filter trennen zuverlässig relevante von irrelevanten Informationen. Wie gut unser Gehirn das kann, zeigt dieses Video:

Die Frage ist nur: Wo wird was gefiltert?

Bei der klassischen persönlichen Kommunikation findet die Relevanzfilterung beim Sender statt.

Die Filter in der persönlichen Kommunikation lagen dabei bisher immer beim Sender, egal welches Medium verwendet wurde. Egal ob im persönlichen Gespräch, per Brief/eMail oder per Telefon – auf allen klassischen Kommunikationskanälen berichtet man dem Gegenüber ausschließlich Dinge, von denen man glaubt, dass sie ihn auch Interessieren.

Bei guten Freunden, deren Interessen man sehr genau kennt, funktioniert das natürlich sehr gut. Ich erzähle beispielsweise meiner Mutter nichts über die neusten Technologien in der Fahrzeugentwicklung und meinen Studienkollegen nichts über neue Modelle unter den Spiegelreflexkameras. Das bespreche ich dafür mit Martin oder Steffen, denen ich aber nichts von den Nachbarn meiner Mutter erzähle.

Bei Fremden ist es hingegen umso schwieriger. Sitzt man beispielsweise in einer reinen Frauenrunde, wird man(n) sich wohl eher zurückhalten, auf Autos oder Technik zu sprechen zu kommen. Statt dessen passt man sich mit seinen Themen den aktuellen an. Dass das aber nicht immer der beste Weg ist, habe ich erst neulich mal wieder erfahren, als eine dieser Frauen und ich erst kurz vor der Verabschiedung unser gemeinsame Interesse für Oldtimer-Rallyes entdeckt haben. Schade eigentlich.

Doch genau dieses Problem gibt es im Social Web nicht. Hier sind gemeinsame Interessen schnell aufzudecken und werden teilweise (je nach Plattform) sogar automatisch gefunden und besonders hervorgehoben.

Die persönliche Kommunikation im Social Web beruht auf einer Filterung beim Empfänger

Was die Kommunikation in den digitalen sozialen Netzwerken grundlegend von der klassischen persönlichen Kommunikation unterscheidet, ist der Ort der Filterung. Während man sich in den klassischen Kanälen Fragen wie „interessiert das meinen Gegenüber“, „ist das Relevant für ihn“ oder „könnte es ihn langweilen“ stellen musste, ist im Medium der digitalen Netzwerke lediglich die Frage „möchte ich, dass alle das wissen“ oder „kann ich mich mit dieser Aussage identifizieren“ zu stellen. Die Fragen nach Interesse oder Relevanz sollte sich der Sender im Idealfall nicht stellen, da diese der Empfänger viel besser – und in diesem Medium auch sehr einfach – selbst beantworten und die entsprechenden Inhalte filtern kann. Eine sinnvolle Relevanzfilterung beim Sender ist ohnehin kaum möglich, da er sich mit seiner Nachricht an eine – je nach Plattform – beschränkt oder unbeschränkt große Gruppe wendet, ohne den genauen Empfänger zu kennen.

Beispiele dazu sind so zahlreich wie die Themen unserer Kommunikation. Ich möchte kurz auf die bekannteste aller Fragen eingehen: „Wo bist Du?“

Diese Frage wird schon seit Jahrhunderten auf Postkarten beantwortet und in Zeiten von Mobiltelefonen täglich unzählige male gestellt. In Zeiten von Social Media hat nun jeder die Möglichkeit, diese Frage beliebig oft, beliebig präzise und für einen beliebig gewählten Personenkreis abrufbar zu beantworten – ich werfe hier lediglich die Stichworte foursquare, gowalla oder brightkite in den Raum.

Nutzt ein Bekannter von mir also diese Möglichkeit, stehen mir (als Empfänger) beschränkt viele Informationen zur Verfügung, die für mich eine gewisse Relevanz besitzen. Diese Relevanz hängt dabei natürlich stark vom Sender ab. So interessiert mich der (bewusst gesendete) Aufenthaltsort meiner Freundin immer und der eines guten Freundes aus einer anderen Stadt vielleicht nur, wenn sich dieser (ausnahmsweise) im Umkreis von 5km befindet. Wo sich ein anderer Bekannter gerade aufhält, ist mir vielleicht in jedem Fall egal. Entsprechend dieser sehr persönlichen Relevanz würde ich nun meine Filter einstellen.

Wie so oft ebnet facebook Wege.

Wer hier in meinen Augen Pionierarbeit geleistet hat, ist facebook. Denn facebook ist das erste und einzige Soziale Netzwerk, das zum einen eine sehr breite Masse abdeckt, und zum anderen über eine recht differenzierte „Verbergen“-Funktion verschiedene Informationsgruppen (z.B. einzelne Spiele, Services, Seiten oder Personen) ausblendet. Die Filtermöglichkeiten sind auf anderen Plattformen zwar teilweise besser und z.B. in verschiedenen Twitter-Clients beliebig variabel, allerdings werden sie dort nur von Randgruppen genutzt – und nicht von einer breiten Masse wie bei facebook.

Alter Wein in neuen Schläuchen, oder warum der Relevanzfilter beim Empfänger eigentlich nichts neues ist.

Der Relevanzfilter beim Empfänger ist natürlich nur in der persönlichen Kommunikation etwas neues. Im Bereich der gedruckten Medien ist das ganze ein alter Hut. Und diese Parallele lässt sich auch heranziehen, um Leuten, die sich über „ungefiltert herausposaunte Belanglosigkeiten“ beschweren, die Äußerung im Social Web zu erläutern.

Jeder hat sich damit abgefunden – und die meisten sind sogar froh darüber – dass es in Bibliotheken Bücher zu jedem, aber nun wirklich jedem Thema gibt, so irrelevant das für den Einzelnen sein mag. Da gibt es Bücher zu Kunst in der Antike, zu Regelsystemen in autonom fahrenden LKW, zu Verhaltensmustern von Bienen und zu Strukturveränderungen von Werkstoffen bei Alterungsprozessen.

Statt sich aufzuregen, sind hier alle froh, dass es so eine große Auswahl gibt, und lassen die Bücher, die sie nicht interessieren, einfach stehen. Sich in dem Wirrwarr zurechtzufinden und die relevanten Bücher herauszufinden haben die meisten gelernt, so dass die Vielfalt kein Problem, sondern eine Bereicherung darstellt.

Da fehlt es nur noch, den Sprung von da zum gleichen Vorgehen in der persönlichen Kommunikation zu schaffen. Man darf sich nicht aufregen, dass alle Informationen plötzlich in scheinbar unendlicher Vielfalt vorliegen. Man muss lediglich lernen, diese Informationen so zu filtern, dass lediglich die relevanten durchkommen.

10 Internetkrankheiten

Montag, 19. Juli 2010 von Hannes

Heute mal wieder ein Beitrag aus der humoristischen Schiene, ganz in der Marnier des Spießertests: Die 10 größten Internetkrankheiten.

Wie viele der genannten Punkte kannst Du für Dich mit „ja“ beantworten?

  1. Ich beende die meisten Sätze mit drei Punkten oder einem Smiley
  2. LOL ist für mich ein eigenständiges Wort, das via O-Vermehrung gesteigert wird: LOOOOL
  3. „Nur mal eben ins Netz schauen“ kann mal gerne ein paar Stunden auffressen
  4. Ich kenne alle Gerüchte, die mir Freunde erzählen, schon vorher aus facebook
  5. Ich kann ohne Internet nicht arbeiten, weil mein kompletter Workflow online ist (meine Dateien in der Cloud liegen / meine ToDo-Liste bei RTM liegt / …)
  6. Ich verwende Abkürzungen wie ROFL, LOL, oder BRB als gesprochene Wörter im täglichen Sprachgebrauch
  7. Ich habe schon zu Leuten „Schreib mir ne Mail“ gesagt, obwohl die Angelegenheit persönlich und an Ort und Stelle in wenigen Minuten hätte geklärt werden können
  8. Ich verabrede mich nur noch via doodle
  9. Bevor ich meine Fertigsuppe mit Wasser vermische, schaue ich auf chefkoch.de nach, wie das richtig funktioniert
  10. Ich schreibe gerne alles klein

Los geht’s! Wer knackt den Highscore? Ich freu mich auf die Kommentare!

flattr – ein Social Media-taugliches Micropayment System?

Sonntag, 20. Juni 2010 von Hannes

Inzwischen stößt man auf immer mehr Webseiten auf das flattr-Widget – so auch in diesem Blog. Das Widget besteht aus dem flattr-Logo/Schriftzug und einer Zahl – oder alternativ den Worten „flattr this!“. Was es damit auf sich hat, beschreibt dieses Video recht gut:

Zusammengefasst

Jeder flattr-Nutzer zahlt monatlich einen bestimmten Betrag an flattr und kann dann bei allen bei flattr gemeldeten Inhalten auf das oben genannte flattr-Widget klicken. Am Ende jedes Monats wird der Montasbeitrag zu gleichen Teilen an die Urheber der jeweiligen Inhalte aufgeteilt. Der monatliche zu vergebende Betrag ist zwischen 2€ und 100€ frei wählbar. Eigene Inhalte kann jeder flattr-Nutzer eintragen und somit Klicks und damit auch Geld von anderen flattr-Nutzern bekommen.

Zahlen auf freiwilliger Basis

flattr ist somit eine Umsetzung der häufig von Kreativen geforderten freiwilligen Micropayment-Systeme. Jeder kann etwas zahlen, muss aber nicht. Außerdem kann jeder den Betrag zahlen, den er entbehren kann oder den er bereit ist, für die Inhalte auszugeben. Außerdem beruht das System natürlich darauf, dass nicht Einzelne die Inhalte mit großen Beträgen tragen (wie in den klassischen Medien, wo z.B. eine Zeitung einen Journalisten für einen Artikel oder ein Foto entlohnt), sondern sich die Summe aus vielen kleinen Beträgen von vielen Menschen bildet. Je nachdem, wen man mit seinen Inhalten anspricht bekommt man als kreativ Schaffender daher viel oder wenig Geld. Der Wunsch ist natürlich immer, dass Leute bereit sind mehr zu zahlen, wenn die Zahlung freiwillig ist.

Die Realität

In der Realität sieht das alles noch ein bisschen anders aus. Im Falle von flattr lässt sich das darauf zurück führen, dass der Service noch sehr neu und unter den meisten Internet-Nutzern noch völlig unbekannt ist. Außerdem ist der Service noch in einer halb geschlossenen Beta-Phase, so dass noch keine freie Anmeldung möglich ist, sondern man eine Einladung eines anderen Nutzers benötigt. Aber ich denke, dass trotzdem schon Tendenzen zu erkennen sind.

Schaut man sich die bei flattr eingestellten Inhalte an, fällt auf, dass das Chaosradio und netzpolitik.org seit Wochen unangefochten die „Charts“ mit den höchsten Klickzahlen anführen, während bei sehr vielen Inhalten der Zähler nach wie vor auf Null steht. Es scheint also, dass sich die Geldbeträge schwerpunktmäßig auch hier wieder auf wenige Inhalte verteilen.

Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass es schwer ist, Inhalte zu gewichten. Wenn ich also einen Inhalt „flattre“, kann ich das weder rückgängig machen, noch kann ich ein zweites mal klicken und den Inhalt erneut flattrn. Vielleicht möchte ich aber im gleichen Monat einer großartigen Website, die ich täglich lese, mehr zukommen lassen, als einem mir völlig unbekannten Blog, der nur ein witziges Video von seinem Wochenendtrip zeigt. Dazu habe ich bei flattr keine Möglichkeit.

Was ich außerdem nicht einschätzen kann, ist die Anzahl der Leute, die sich bei flattr anmelden um zu zahlen – und nicht um zu empfangen. Was am flattr-Prinzip super ist, ist dass jeder der empfangen will auch zahlen muss. Somit machen es die (meist auch Inhalte-produzierenden) Early Adopter den anderen vor, und fangen an selbst zu flattrn. Dennoch tauchen auf der Seite natürlich nur die Inhalt-Produzenten auf, jemand der nur zahlt ist für die anderen Nutzer unsichtbar. Das Verhältnis von Zahlenden zu Empfangenden ist somit schwer einschätzbar. Super wäre eine Statistik seitens flattr, die anzeigt welcher Prozentsatz an Nutzern bereits eigene Inhalte eingetragen hat. Das würde zwar keine verlässliche Zahl bringen, in meinen Augen aber eine Richtung anzeigen, wie viele Nutzer sich ausschließlich zum Bezahlen anmelden – und ich weiß, dass es solche Nutzer gibt. Nach meiner Ansicht wäre der Anteil dieser Leute eine sehr interessante Zahl, die evtl. etwas über die Qualität eines solchen Services aussagen könnte.

Vergleich und Aussicht

Die Idee mit dem „freiwilligen Bezahlen“ ist nicht neu. Zu Schulzeiten habe ich auf Schulbandfesten damit beste Erfahrungen gemacht. Eltern, Großeltern und Verwandte – also Leute die eine enge Beziehung zu dem Projekt hatten – haben immer gerne Beträge gezahlt, die als Eintritt eine Unverschämtheit gewesen wären. Im Endeffekt kam bei solchen Veranstaltungen immer mehr in die Kasse, als wenn feste Beträge für Eintritt und Essen vorgegeben wurden. Auf reinen Schülerpartys sah die Sache dann schon wieder ganz anders aus.

Auch im digitalen Bereich ist das System nicht neu. Oft helfe ich Freunden und Bekannten bei irgendeiner Sache am Rechner / mit dem Server oder mit einer kleinen Bildretusche aus. Die Frage „Was schulde ich Dir?“ beantworte ich dann natürlich immer mit „Nichts!“ – denn ich möchte kein Geld von meinen Freunden. Wenn dann ein „Doch, unbedingt, sonst hab ich ein schlechtes Gewissen!“ folgt, habe ich mir angewöhnt, den Link zu meinem Wunschzettel auf amazon zu schicken. Die Aussage dahinter ist: „Ich will kein Geld von Dir, aber mit diesen Dingen kannst Du mir eine Freude machen.“

Der angenehme Nebeneffekt ist, dass jeder sich in dem Umfang „bedanken“ kann, den er für richtig hält. Oder – anders ausgedrückt – jeder der zahlen will, zahlt das, was ihm die Hilfe wert war. Die Erfahrungen damit sind eindeutig und Bizarr: Die Leute mit dem geringsten Budget machen teilweise Geschenke, bei denen ich das schlechte Gewissen bekomme – die Leute mit dickem Auto und Geld wie Heu nehmen das „nichts“ sehr wörtlich. Aber das muss man dann auch akzeptieren – so ist das mit der Freiwilligkeit. Wundern darf man sich über die geizigen Reichen übrigens auch nicht: Man wird schließlich nicht von dem Geld reich, was man verdient, sondern von dem, was man nicht ausgibt.

Ich bin gespannt, wie sich flattr entwickelt. Bei mir geht dort bislang wenig bis gar nichts. Wie sieht das bei Euch aus? Habt Ihr schon Erfahrungen damit gesammelt? Seid Ihr schon dabei? Wenn nicht – würde es Euch reizen? Was haltet Ihr von dem System?

Gedanken zum Videopodcast der Bundeskanzlerin vom 27.2.2010

Mittwoch, 03. März 2010 von Hannes

Ich habe eben den Videopodcast der Bundeskanzlerin vom 27.2.2010 gesehen, und war – gelinde gesagt – nur halb begeistert. Ein paar Gedanken meinerseits dazu:

Die Politik hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung dieses Wachstumsmarktes günstig zu gestalten. Ein Baustein dabei ist die Breitbandstrategie der Bundesregierung. Wir haben uns vorgenommen, bis zum Jahresende jedem Haushalt einen einfachen Internetzugang zu ermöglichen. Gleichzeitig werden wir in den nächsten Jahren zielbewusst das schnelle Internet ausbauen.

Richtig. Sehr gut. Aber „vielleicht“ eine Spur zu spät. Sich 2010 darum zu bemühen, dies zu erreichen, liest sich wie Satire. Vor 10 Jahren wäre dies ein angebrachtes und vielleicht sogar zukunftsweisendes Projekt gewesen. Heute wirkt es auf mich eher etwas weltfremd.

Mitte des Jahres wird die Bundesregierung eine neue Strategie für die Informations- und Kommunikationstechnologie vorstellen.

Neue Bundestrojaner?

Hier geht es darum, die Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologie zu nutzen, um sie mit den klassischen Industriebereichen – zum Beispiel der Automobilindustrie – zu vernetzen.

Das wird auch höchste Zeit. Meines Wissens werden in der Industrie bisher überhaupt keine Computer eingesetzt. Kommuniziert wird dort auch nicht. Die Automobilindustrie wird Bauklötze staunen, wenn die Bundesregierung endlich so etwas wie eMail oder Internet vorstellt. Von Computern ganz zu schweigen. Stellen Sie sich vor: BMW, Audi und Mercedes müssen dann die Autos nicht mehr frei Hand aus Stahlblöcken feilen. Außerdem könnten in der Entwicklung evtl. in 30 bis 50 Jahren sogar Computer eingesetzt werden und vielleicht sogar irgendwann die Zeichenbretter – zumindest teilweise – ersetzen. Ich habe gehört, besonders fortschrittliche Visionäre sprechen von etwas, das sich „Simulation“ nennt. Aber das ist sicherlich Zukunftsmusik und an dieser Stelle zu weit gegriffen.

Denn wir sind davon überzeugt, dass sich die Computertechnologie und die Informationstechnologie in alle Bereiche der Gesellschaft hinein bewegen werden.

NEIN! Meinen Sie wirklich, dass es einmal SO weit kommen wird?!? Scherz beiseite: Willkommen in der Realität. Das wird nicht passieren. Das ist schon seit Jahren passiert. Tut mir Leid, dass ich Ihnen das hier sagen muss.

Neben den Chancen, die aus dem Internet erwachsen, gibt es natürlich auch Gefahren. Neben dem freien Zugang zum Internet muss ganz deutlich werden: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Stimmt. Das war es auch zum Glück bisher nicht so. Schauen Sie einfach mal, was heute so an Abmahnungen etc. pp möglich ist. Das Internet ist meiner Meinung strenger geregelt als vieles andere in diesem Land. Es gibt bei weitem wichtigere Baustellen.

Deshalb werden wir auch immer wieder dafür sorgen, dass – zum Beispiel im Falle der Kinderpornografie – das Löschen von solchen Seiten möglich sein wird, um Menschen vor Gefahren zu schützen.

Im Gegenzug werde ich dafür sorgen, dass es bald so etwas wie Schwerkraft gibt, damit wir nicht mehr so nervig durch die Gegend schweben.

Im Ernst: Wenn ich mich nicht grundlegend täusche, geht das schon immer. Da müssen Sie nicht für sorgen. Das etwas gegen Kinderpornografie unternommen wird ist wichtig und mehr als notwendig und lobenswert. Allerdings wird der Zusammenhang zwischen Kinderpornografie und dem Internet meiner Meinung nach oft etwas verzerrt dargestellt. Wenn man der CDU zuhört, könnte man meinen, dass es im Internet ausschließlich Kinderpornografie gibt. Ich selbst hingegen bin täglich viele Stunden im Internet unterwegs und bin noch nie auf solche Inhalte gestoßen. Vielleicht ist es daher sinnvoller, die eigentlichen Täter zu finden und zu bestrafen und den Opfern zu helfen, statt immer wieder dieses Strohfeuer der Kinderpornografie im Internet zu schüren (empfehlenswertes Video dazu). Sonst könnte man noch meinen, das es hier nur um Stimmenfang und Überwachung geht, denn das alles ist – wie das letzte Jahr gezeigt hat – ein sehr heiß diskutiertes Thema.

Insbesondere geht es aber auch um einen selbstbewussten Umgang der Nutzer mit dem Internet. Dabei kann die Politik Hilfestellungen leisten. Jeder muss aufgefordert sein, personenbezogene Daten nicht allzu freizügig jedermann zur Verfügung zu stellen.

Das sehe ich genauso. Hier sollte jeder die Verantwortung lernen, was er im Internet preis gibt, und was nicht.

Hier komme ich allerdings wieder auf den „rechtsfreien Raum“ zu sprechen. Ich möchte meine Meinung und die Resultate meines Handelns mit anderen teilen und anderen Menschen zur Verfügung stellen. Dafür habe ich im Internet eine Homepage und muss daher ein Impressum pflegen, was ich nach bestem Wissen und Gewissen tue – immer in der Hoffnung, nicht aufgrund meines Unwissens und eines kleinen Fehlers abgemahnt zu werden. Viel lieber wäre es mir aber, wenn ich meine Privatsphäre insofern schützen könnte, dass ich meine Adresse nicht für jeden zugänglich angeben muss. Dennoch ist sie zum einen bei der denic einzusehen und zum anderen muss ich sie wie gesagt auch im Impressum führen.

Wie steht die Politik dazu? Was sagen Sie, Frau Merkel? In Ihrem Podcast sagen sie klipp und klar, dass jeder dazu aufgefordert sein muss „personenbezogene Daten nicht allzu freizügig jedermann zur Verfügung zu stellen“. Nach den – dann doch sehr strengen – Gesetzen im Internet funktioniert das aber wie oben gezeigt nicht.

Im vergangen Jahr hat die Bundesregierung den Zugriff auf personenbezogene Daten besser geschützt.

ELENA? Vorratsdatenspeicherung? Kameras? Wohnen wir im gleichen Land?

Im Augenblick ist viel von „Google Street View“ die Rede. Google will alle Straßen fotografieren und die entsprechenden Ansichten ins Internet stellen. Diejenigen, die finden, dass dies ein Eingriff in ihre private Sphäre ist, können von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen.

Schade eigentlich. So lange Google nur das abbildet, was ich aus dem öffentlichen Raum einsehen kann, sehe ich kein Problem – zumal immer nur ein Zeitpunkt abgebildet wird. Das Gutachten aus Rheinland Pfalz gibt hier schon gute Einblicke, allerdings kann ich Punkt 3 nicht nachvollziehen. Wer durch ein individualisiertes Haus nicht auffallen möchte, sollte meiner Meinung nach einfach kein stark individualisiertes Haus bewohnen.

Die Chancen der Informationstechnologie, des Internetzugangs und der Kommunikationstechnologie sind groß. Die notwendigen technologischen Voraussetzungen werden wir in den nächsten Jahren schaffen.

Hübsch. Schade nur, dass das nicht schon lange passiert ist.

Alle Zitate stammen aus dem Podcast bzw. aus dem dazugehörigen pdf.

Das waren meine spontanen Gedanken zu dem Video. Habt Ihr eine Meinung dazu?

flavors.me

Freitag, 26. Februar 2010 von Hannes

Diese Seite, die ich eben bei @adamstjohn gesehen habe (edit: und die mir @550nm heute mittag schon empfohlen hat), haut mich total um. Es geht um flavors.me – im Prinzip ein einfacher Aggregator. Aber die Designtemplates sind so einfach und wandelbar, das sich sofort der WOW-Effekt einstellt. Schaut Euch dazu am besten das Video an:

Diese Designs bekommt man dann auch nicht mehr kaputt. Auch als Standard-Katastrophenuser nicht. Das hebt das „CMS-weil-sicher-gegen-Chef-und-Sekretärinnen-Design-Argument“ auf ein ganz neues Level. Großartig. Unbedingt testen.

Chatroulette F9-Shirt zum #bcnue2

Dienstag, 23. Februar 2010 von Hannes

Nach der Chatroulette-Session beim #bcnue2 wurde „F9“ zum geflügelten Wort. Schnell war die Idee geboren, das ganze auf ein T-Shirt zu bringen. Und das habe ich jetzt einfach mal gemacht, und das ganze in meinem Spreadshirt-Shop angelegt.

Wenn ihr wollt, könnt Ihr Euch hier alle F9-Shirts anschauen.

Das ganze ist natürlich (für mich) no-Profit, der einzige der daran verdient ist spreadshirt, daran kann ich auch leider nichts drehen. Dazu auch hier ein Screenshot:

Komische Dinger. Oder: QR-Codes

Donnerstag, 12. November 2009 von Hannes

qrcode In der Werbung findet man in letzter Zeit immer häufiger diese merkwürdigen Muster, die auf den ersten Blick so überhaupt keinen Sinn ergeben. Der Schein trügt jedoch, denn es handelt sich um QR-Codes – und diese sind im Prinzip eine Weiterentwicklung der Strichcodes, wie man sie bereits aus der Preiskennzeichnug für Supermarktkassen kennt. Allerdings kann ein Strichcode (eindimensional) lange nicht so viel Information beinhalten wie ein QR-Code, da dieser zweidimensional ist.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen Strichcodes und QR-Codes ist ein nicht-technischer. Während Strichcodes meistens für Produktkennzeichnungen verwendet und fast ausschließlich im geschäftlichen Rahmen genutzt werden, werden QR-Codes oftmals auch eingesetzt, um von jedermann verwendet zu werden.

Wie kann ich QR-Codes lesen?

Zur Entschlüsselung von QR-Codes wird lediglich ein Mobiltelefon mit Kamera und einer entsprechenden Software benötigt. Diese Software wird von verschiedenen Herstellern angeboten und ist meistens auch kostenlos verfügbar. Für Java-taugliche Handys hat sich bei mir der Kaywa-Reader bewährt, den man nach einer Registrierung auf der Kaywa-Seite kostenlos für die meisten Handymodelle herunterladen kann. Für das iPhone gibt es beispielsweise den BeeTagg Reader, BarcodesBarcode oder mobile-tag, für den BlackBerry, auf Palm, Symbian oder für Windows Mobile gibt es z.B. BeeTagg.

edit: In den Kommentaren wird i-nigma empfohlen (AppStore-Link).

Nachdem die entsprechende Software installiert und geöffnet ist, muss der QR-Code nur noch möglichst gerade, komplett und formatfüllend abfotografiert werden, und die gespeicherten Informationen stehen dem Nutzer sofort zur Verfügung.

Wie werden QR-Codes eingesetzt?

Guerrilla Noticeboarding by Adrian ShortQR-Codes können eingesetzt werden, um ergänzende Informationen zu einem Gegenstand, Artikel oder sonst etwas in der realen Welt zur Verfügung zu stellen. In Frankfurt sind einige Sehenswürdigkeiten beispielsweise mit QR-Codes versehen, die dem interessierten Passanten weitere Informationen zu den jeweiligen Orten liefern. Die Deutsche Bahn nutzt QR-Codes, um die zu Hause ausgedruckten Tickets der Fahrgäste einzulesen. Mazda versieht Werbungen in Zeitschriften mit QR-Codes, die weitere Informationen zu den Fahrzeugen liefern. Die Berliner Sparkasse stellt über QR-Codes ein Online-Gewinnspiel bereit. Informationstafeln können wesentlich übersichtlicher gestaltet werden, wenn sie nur die Überschriften enthalten, und die tiefergehenden Informationen via QR-Code aus dem Internet geladen werden (siehe Bild).

Saarschleife by stanVerschiedene Geschäfte versehen ihre Eingangstüren mit QR-Codes, die Informationen zu den Öffnungszeiten, zu Kontaktmöglichkeiten und ggf. eine Weiterleitung zum Online-Shop liefern, falls der Kunde mal vor verschlossenen Türen steht. Auf Konzertplakaten kann beispielsweise auf eine Seite mit Hörbeispielen der Band, dem Termin und einer Wegbeschreibung zum Veranstaltungsort verwiesen werden. Das Projekt Semapedia.org hat sich zum Ziel gesetzt, die virtuelle mit der realen Welt zu verknüpfen und bietet dazu die Möglichkeit, QR-Codes zu Wikipedia-Seiten auszudrucken und diese an den entsprechenden Orten aufzuhängen. Ein Verzeichnis mit Bildern und Kartenmarkierungen der aufgehängten Codes findet sich ebenfalls auf der Semapedia.org.

Der Vorteil von diesen Einsatzmöglichkeiten liegt auf der Hand, da erstmalig der Mediensprung von Print auf Web einfach und ohne große Fehlerquellen (durch Tippfehler o.ä.) möglich ist. Wo man sich früher URLs merken und zu Hause eingeben musste oder mehr oder weniger lange auf google suchen musste, ist mit QR-Codes der direkte Abruf von Informationen möglich.

Das ganze funktioniert erst mit heutiger Technologie (QR-Codes statt Strichcodes, leistungsstarke Handys mit Kamera & mobiles Internet) richtig gut, da ein QR-Code relativ viel Information beinhalten kann, also auch Texte oder Internetadressen. Und durch letzteres steigen die Möglichkeiten natürlich ins unendliche. Ein klassischer Strichcode kann wesentlich weniger Information beinhalten; in der Regel sind das Nummern – z.B. eine ISBN. Eine Nutzung von Strichcodes im privaten Rahmen ist somit auch möglich, aber bei weitem nicht so vielseitig und weit verbreitet.

Exkurs in die Strichcode-Welt

Als Beispiel für die private Nutzung von Strichcodes möchte ich eben jenen Strichcode auf Büchern erwähnen, der die ISBN enthält. Hiermit kann man nämlich schnell und einfach sein privates Buchverzeichnis erstellen, indem man die Software Books für MacOS X nutzt. Dazu müssen die Bücher lediglich vor die Webcam des Rechners gehalten werden, Books erkennt den Barcode auf der Rückseite des Buches, ermittelt daraus die ISBN und lädt aus einer Anbindung an die Amazon-Datenbank alle Informationen zum Buch herunter. Der heruntergeladene Datensatz enthält alle relevanten Informationen von Titel und Autor über Jahr und Verlag bis hin zum Coverbild, so dass eine vollständige und auch optisch ansprechende Datenbank erstellt wird.

Das ist zwar nett – aber QR-Codes sind durch den höheren Informationsgehalt universeller und können daher sehr viel mehr.

QR-Codes selbst erstellen

Möchte man selbst Informationen via QR-Code zur Verfügung stellen, so ist das kein Problem. Auf Webseiten wie qrcode.kaywa.com, openqrcode.com oder mobile-barcodes.com ist es sehr einfach möglich, eigene QR-Codes zu erstellen und diese für eigene Zwecke zu nutzen. Der Kreativität, wofür man die Codes nutzen möchte, ist dabei keine Grenze gesetzt. Für den häufigeren Nutzer, der sich schnell URLs vom Rechner aufs Handy übertragen will, kann auch das MacOS X Widget QR Code Reader von Rafel Dohms interessant sein – speichern kann man die erzeugten Codes leider nicht. Für Vollprofis gibt es z.B. mit Barcode Studio auch kostenpflichtige Programme, die über viele Funktionen verfügen und viele Code-Typen erstellen können. Wer ein Poster mit QR-Codes aus einem RSS-Feed erstellen möchte (Stichwort Informationstafeln, siehe Bild oben), der sollte sich mal bei barcodeposters.com umschauen (zur Verdeutlichung hier eine Poster-Version von meinem Blog).

Viel Spaß!

(image credits: Adrian Short & stan)

(k)ein Netzwerktag

Mittwoch, 23. September 2009 von Hannes

Der Kai hat ihn sich irgendwann mal ausgedacht, der Martin macht ihn regelmäßig und auch auf vielen anderen Blogs sieht man ihn inzwischen sehr häufig. Den Netzwerktag.

Und deswegen gibts bei mir heute …keinen.

Denn bei mir ist immer Netzwerktag. Denn auf meiner Sartseite hannestrapp.de ist stets eine Übersicht von Links zu vielen der Portale, auf denen ich angemeldet oder aktiv bin, zu finden. Natürlich freue ich mich auch auf diesen Portalen über Euern Besuch – und darauf, mich auch dort mit Euch zu vernetzen. Schaut Euch einfach mal um. Auch ohne Netzwerktag. 😉

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