Hannes’ Blog

Gedanken zum Videopodcast der Bundeskanzlerin vom 27.2.2010

Mittwoch, 03. März 2010 von Hannes

Ich habe eben den Videopodcast der Bundeskanzlerin vom 27.2.2010 gesehen, und war – gelinde gesagt – nur halb begeistert. Ein paar Gedanken meinerseits dazu:

Die Politik hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung dieses Wachstumsmarktes günstig zu gestalten. Ein Baustein dabei ist die Breitbandstrategie der Bundesregierung. Wir haben uns vorgenommen, bis zum Jahresende jedem Haushalt einen einfachen Internetzugang zu ermöglichen. Gleichzeitig werden wir in den nächsten Jahren zielbewusst das schnelle Internet ausbauen.

Richtig. Sehr gut. Aber “vielleicht” eine Spur zu spät. Sich 2010 darum zu bemühen, dies zu erreichen, liest sich wie Satire. Vor 10 Jahren wäre dies ein angebrachtes und vielleicht sogar zukunftsweisendes Projekt gewesen. Heute wirkt es auf mich eher etwas weltfremd.

Mitte des Jahres wird die Bundesregierung eine neue Strategie für die Informations- und Kommunikationstechnologie vorstellen.

Neue Bundestrojaner?

Hier geht es darum, die Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologie zu nutzen, um sie mit den klassischen Industriebereichen – zum Beispiel der Automobilindustrie – zu vernetzen.

Das wird auch höchste Zeit. Meines Wissens werden in der Industrie bisher überhaupt keine Computer eingesetzt. Kommuniziert wird dort auch nicht. Die Automobilindustrie wird Bauklötze staunen, wenn die Bundesregierung endlich so etwas wie eMail oder Internet vorstellt. Von Computern ganz zu schweigen. Stellen Sie sich vor: BMW, Audi und Mercedes müssen dann die Autos nicht mehr frei Hand aus Stahlblöcken feilen. Außerdem könnten in der Entwicklung evtl. in 30 bis 50 Jahren sogar Computer eingesetzt werden und vielleicht sogar irgendwann die Zeichenbretter – zumindest teilweise – ersetzen. Ich habe gehört, besonders fortschrittliche Visionäre sprechen von etwas, das sich “Simulation” nennt. Aber das ist sicherlich Zukunftsmusik und an dieser Stelle zu weit gegriffen.

Denn wir sind davon überzeugt, dass sich die Computertechnologie und die Informationstechnologie in alle Bereiche der Gesellschaft hinein bewegen werden.

NEIN! Meinen Sie wirklich, dass es einmal SO weit kommen wird?!? Scherz beiseite: Willkommen in der Realität. Das wird nicht passieren. Das ist schon seit Jahren passiert. Tut mir Leid, dass ich Ihnen das hier sagen muss.

Neben den Chancen, die aus dem Internet erwachsen, gibt es natürlich auch Gefahren. Neben dem freien Zugang zum Internet muss ganz deutlich werden: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Stimmt. Das war es auch zum Glück bisher nicht so. Schauen Sie einfach mal, was heute so an Abmahnungen etc. pp möglich ist. Das Internet ist meiner Meinung strenger geregelt als vieles andere in diesem Land. Es gibt bei weitem wichtigere Baustellen.

Deshalb werden wir auch immer wieder dafür sorgen, dass – zum Beispiel im Falle der Kinderpornografie – das Löschen von solchen Seiten möglich sein wird, um Menschen vor Gefahren zu schützen.

Im Gegenzug werde ich dafür sorgen, dass es bald so etwas wie Schwerkraft gibt, damit wir nicht mehr so nervig durch die Gegend schweben.

Im Ernst: Wenn ich mich nicht grundlegend täusche, geht das schon immer. Da müssen Sie nicht für sorgen. Das etwas gegen Kinderpornografie unternommen wird ist wichtig und mehr als notwendig und lobenswert. Allerdings wird der Zusammenhang zwischen Kinderpornografie und dem Internet meiner Meinung nach oft etwas verzerrt dargestellt. Wenn man der CDU zuhört, könnte man meinen, dass es im Internet ausschließlich Kinderpornografie gibt. Ich selbst hingegen bin täglich viele Stunden im Internet unterwegs und bin noch nie auf solche Inhalte gestoßen. Vielleicht ist es daher sinnvoller, die eigentlichen Täter zu finden und zu bestrafen und den Opfern zu helfen, statt immer wieder dieses Strohfeuer der Kinderpornografie im Internet zu schüren (empfehlenswertes Video dazu). Sonst könnte man noch meinen, das es hier nur um Stimmenfang und Überwachung geht, denn das alles ist – wie das letzte Jahr gezeigt hat – ein sehr heiß diskutiertes Thema.

Insbesondere geht es aber auch um einen selbstbewussten Umgang der Nutzer mit dem Internet. Dabei kann die Politik Hilfestellungen leisten. Jeder muss aufgefordert sein, personenbezogene Daten nicht allzu freizügig jedermann zur Verfügung zu stellen.

Das sehe ich genauso. Hier sollte jeder die Verantwortung lernen, was er im Internet preis gibt, und was nicht.

Hier komme ich allerdings wieder auf den “rechtsfreien Raum” zu sprechen. Ich möchte meine Meinung und die Resultate meines Handelns mit anderen teilen und anderen Menschen zur Verfügung stellen. Dafür habe ich im Internet eine Homepage und muss daher ein Impressum pflegen, was ich nach bestem Wissen und Gewissen tue – immer in der Hoffnung, nicht aufgrund meines Unwissens und eines kleinen Fehlers abgemahnt zu werden. Viel lieber wäre es mir aber, wenn ich meine Privatsphäre insofern schützen könnte, dass ich meine Adresse nicht für jeden zugänglich angeben muss. Dennoch ist sie zum einen bei der denic einzusehen und zum anderen muss ich sie wie gesagt auch im Impressum führen.

Wie steht die Politik dazu? Was sagen Sie, Frau Merkel? In Ihrem Podcast sagen sie klipp und klar, dass jeder dazu aufgefordert sein muss “personenbezogene Daten nicht allzu freizügig jedermann zur Verfügung zu stellen”. Nach den – dann doch sehr strengen – Gesetzen im Internet funktioniert das aber wie oben gezeigt nicht.

Im vergangen Jahr hat die Bundesregierung den Zugriff auf personenbezogene Daten besser geschützt.

ELENA? Vorratsdatenspeicherung? Kameras? Wohnen wir im gleichen Land?

Im Augenblick ist viel von „Google Street View“ die Rede. Google will alle Straßen fotografieren und die entsprechenden Ansichten ins Internet stellen. Diejenigen, die finden, dass dies ein Eingriff in ihre private Sphäre ist, können von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen.

Schade eigentlich. So lange Google nur das abbildet, was ich aus dem öffentlichen Raum einsehen kann, sehe ich kein Problem – zumal immer nur ein Zeitpunkt abgebildet wird. Das Gutachten aus Rheinland Pfalz gibt hier schon gute Einblicke, allerdings kann ich Punkt 3 nicht nachvollziehen. Wer durch ein individualisiertes Haus nicht auffallen möchte, sollte meiner Meinung nach einfach kein stark individualisiertes Haus bewohnen.

Die Chancen der Informationstechnologie, des Internetzugangs und der Kommunikationstechnologie sind groß. Die notwendigen technologischen Voraussetzungen werden wir in den nächsten Jahren schaffen.

Hübsch. Schade nur, dass das nicht schon lange passiert ist.

Alle Zitate stammen aus dem Podcast bzw. aus dem dazugehörigen pdf.

Das waren meine spontanen Gedanken zu dem Video. Habt Ihr eine Meinung dazu?

flavors.me

Freitag, 26. Februar 2010 von Hannes

Diese Seite, die ich eben bei @adamstjohn gesehen habe (edit: und die mir @550nm heute mittag schon empfohlen hat), haut mich total um. Es geht um flavors.me – im Prinzip ein einfacher Aggregator. Aber die Designtemplates sind so einfach und wandelbar, das sich sofort der WOW-Effekt einstellt. Schaut Euch dazu am besten das Video an:

Diese Designs bekommt man dann auch nicht mehr kaputt. Auch als Standard-Katastrophenuser nicht. Das hebt das “CMS-weil-sicher-gegen-Chef-und-Sekretärinnen-Design-Argument” auf ein ganz neues Level. Großartig. Unbedingt testen.

Chatroulette F9-Shirt zum #bcnue2

Dienstag, 23. Februar 2010 von Hannes

Nach der Chatroulette-Session beim #bcnue2 wurde “F9″ zum geflügelten Wort. Schnell war die Idee geboren, das ganze auf ein T-Shirt zu bringen. Und das habe ich jetzt einfach mal gemacht, und das ganze in meinem Spreadshirt-Shop angelegt.

Wenn ihr wollt, könnt Ihr Euch hier alle F9-Shirts anschauen.

Das ganze ist natürlich (für mich) no-Profit, der einzige der daran verdient ist spreadshirt, daran kann ich auch leider nichts drehen. Dazu auch hier ein Screenshot:

Komische Dinger. Oder: QR-Codes

Donnerstag, 12. November 2009 von Hannes

qrcode In der Werbung findet man in letzter Zeit immer häufiger diese merkwürdigen Muster, die auf den ersten Blick so überhaupt keinen Sinn ergeben. Der Schein trügt jedoch, denn es handelt sich um QR-Codes – und diese sind im Prinzip eine Weiterentwicklung der Strichcodes, wie man sie bereits aus der Preiskennzeichnug für Supermarktkassen kennt. Allerdings kann ein Strichcode (eindimensional) lange nicht so viel Information beinhalten wie ein QR-Code, da dieser zweidimensional ist.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen Strichcodes und QR-Codes ist ein nicht-technischer. Während Strichcodes meistens für Produktkennzeichnungen verwendet und fast ausschließlich im geschäftlichen Rahmen genutzt werden, werden QR-Codes oftmals auch eingesetzt, um von jedermann verwendet zu werden.

Wie kann ich QR-Codes lesen?

Zur Entschlüsselung von QR-Codes wird lediglich ein Mobiltelefon mit Kamera und einer entsprechenden Software benötigt. Diese Software wird von verschiedenen Herstellern angeboten und ist meistens auch kostenlos verfügbar. Für Java-taugliche Handys hat sich bei mir der Kaywa-Reader bewährt, den man nach einer Registrierung auf der Kaywa-Seite kostenlos für die meisten Handymodelle herunterladen kann. Für das iPhone gibt es beispielsweise den BeeTagg Reader, BarcodesBarcode oder mobile-tag, für den BlackBerry, auf Palm, Symbian oder für Windows Mobile gibt es z.B. BeeTagg.

edit: In den Kommentaren wird i-nigma empfohlen (AppStore-Link).

Nachdem die entsprechende Software installiert und geöffnet ist, muss der QR-Code nur noch möglichst gerade, komplett und formatfüllend abfotografiert werden, und die gespeicherten Informationen stehen dem Nutzer sofort zur Verfügung.

Wie werden QR-Codes eingesetzt?

Guerrilla Noticeboarding by Adrian ShortQR-Codes können eingesetzt werden, um ergänzende Informationen zu einem Gegenstand, Artikel oder sonst etwas in der realen Welt zur Verfügung zu stellen. In Frankfurt sind einige Sehenswürdigkeiten beispielsweise mit QR-Codes versehen, die dem interessierten Passanten weitere Informationen zu den jeweiligen Orten liefern. Die Deutsche Bahn nutzt QR-Codes, um die zu Hause ausgedruckten Tickets der Fahrgäste einzulesen. Mazda versieht Werbungen in Zeitschriften mit QR-Codes, die weitere Informationen zu den Fahrzeugen liefern. Die Berliner Sparkasse stellt über QR-Codes ein Online-Gewinnspiel bereit. Informationstafeln können wesentlich übersichtlicher gestaltet werden, wenn sie nur die Überschriften enthalten, und die tiefergehenden Informationen via QR-Code aus dem Internet geladen werden (siehe Bild).

Saarschleife by stanVerschiedene Geschäfte versehen ihre Eingangstüren mit QR-Codes, die Informationen zu den Öffnungszeiten, zu Kontaktmöglichkeiten und ggf. eine Weiterleitung zum Online-Shop liefern, falls der Kunde mal vor verschlossenen Türen steht. Auf Konzertplakaten kann beispielsweise auf eine Seite mit Hörbeispielen der Band, dem Termin und einer Wegbeschreibung zum Veranstaltungsort verwiesen werden. Das Projekt Semapedia.org hat sich zum Ziel gesetzt, die virtuelle mit der realen Welt zu verknüpfen und bietet dazu die Möglichkeit, QR-Codes zu Wikipedia-Seiten auszudrucken und diese an den entsprechenden Orten aufzuhängen. Ein Verzeichnis mit Bildern und Kartenmarkierungen der aufgehängten Codes findet sich ebenfalls auf der Semapedia.org.

Der Vorteil von diesen Einsatzmöglichkeiten liegt auf der Hand, da erstmalig der Mediensprung von Print auf Web einfach und ohne große Fehlerquellen (durch Tippfehler o.ä.) möglich ist. Wo man sich früher URLs merken und zu Hause eingeben musste oder mehr oder weniger lange auf google suchen musste, ist mit QR-Codes der direkte Abruf von Informationen möglich.

Das ganze funktioniert erst mit heutiger Technologie (QR-Codes statt Strichcodes, leistungsstarke Handys mit Kamera & mobiles Internet) richtig gut, da ein QR-Code relativ viel Information beinhalten kann, also auch Texte oder Internetadressen. Und durch letzteres steigen die Möglichkeiten natürlich ins unendliche. Ein klassischer Strichcode kann wesentlich weniger Information beinhalten; in der Regel sind das Nummern – z.B. eine ISBN. Eine Nutzung von Strichcodes im privaten Rahmen ist somit auch möglich, aber bei weitem nicht so vielseitig und weit verbreitet.

Exkurs in die Strichcode-Welt

Als Beispiel für die private Nutzung von Strichcodes möchte ich eben jenen Strichcode auf Büchern erwähnen, der die ISBN enthält. Hiermit kann man nämlich schnell und einfach sein privates Buchverzeichnis erstellen, indem man die Software Books für MacOS X nutzt. Dazu müssen die Bücher lediglich vor die Webcam des Rechners gehalten werden, Books erkennt den Barcode auf der Rückseite des Buches, ermittelt daraus die ISBN und lädt aus einer Anbindung an die Amazon-Datenbank alle Informationen zum Buch herunter. Der heruntergeladene Datensatz enthält alle relevanten Informationen von Titel und Autor über Jahr und Verlag bis hin zum Coverbild, so dass eine vollständige und auch optisch ansprechende Datenbank erstellt wird.

Das ist zwar nett – aber QR-Codes sind durch den höheren Informationsgehalt universeller und können daher sehr viel mehr.

QR-Codes selbst erstellen

Möchte man selbst Informationen via QR-Code zur Verfügung stellen, so ist das kein Problem. Auf Webseiten wie qrcode.kaywa.com, openqrcode.com oder mobile-barcodes.com ist es sehr einfach möglich, eigene QR-Codes zu erstellen und diese für eigene Zwecke zu nutzen. Der Kreativität, wofür man die Codes nutzen möchte, ist dabei keine Grenze gesetzt. Für den häufigeren Nutzer, der sich schnell URLs vom Rechner aufs Handy übertragen will, kann auch das MacOS X Widget QR Code Reader von Rafel Dohms interessant sein – speichern kann man die erzeugten Codes leider nicht. Für Vollprofis gibt es z.B. mit Barcode Studio auch kostenpflichtige Programme, die über viele Funktionen verfügen und viele Code-Typen erstellen können. Wer ein Poster mit QR-Codes aus einem RSS-Feed erstellen möchte (Stichwort Informationstafeln, siehe Bild oben), der sollte sich mal bei barcodeposters.com umschauen (zur Verdeutlichung hier eine Poster-Version von meinem Blog).

Viel Spaß!

(image credits: Adrian Short & stan)

(k)ein Netzwerktag

Mittwoch, 23. September 2009 von Hannes

Der Kai hat ihn sich irgendwann mal ausgedacht, der Martin macht ihn regelmäßig und auch auf vielen anderen Blogs sieht man ihn inzwischen sehr häufig. Den Netzwerktag.

Und deswegen gibts bei mir heute …keinen.

Denn bei mir ist immer Netzwerktag. Denn auf meiner Sartseite hannestrapp.de ist stets eine Übersicht von Links zu vielen der Portale, auf denen ich angemeldet oder aktiv bin, zu finden. Natürlich freue ich mich auch auf diesen Portalen über Euern Besuch – und darauf, mich auch dort mit Euch zu vernetzen. Schaut Euch einfach mal um. Auch ohne Netzwerktag. ;-)

Website Finger Hold – Die Person hinter dem Blog

Sonntag, 13. September 2009 von Hannes

Heute habe ich bei Blogwiese eine Aktion gefunden, bei der Johanna und ich natürlich unbedingt mit machen mussten: “Website Finger Hold – Die Person hinter dem Blog”

Mehr Infos zur Aktion gibts im entsprechenden Artikel bei Jeriko. Und hier sind unsere Bilder.

@ht82

und

@joblerone

Mr. Winterbottom Musikvideo – Varia

Samstag, 22. August 2009 von Hannes

Seit Montag ist das Musikvideo zu Varia draußen – unbedingt anschauen!

Natürlich sind Kommentare, positive Bewertungen und der Klick auf den Favoriten-Button immer gerne gesehen – wer Mr. Winterbottom unterstützen will, kann sich also auf vimeo, youtube oder c-tube so richtig austoben! Mehr Infos zu Mr. Winterbottom gibts auf der Homepage oder in der Community.

Wissen SPD und CDU eigentlich, dass es geltende Gesetze gibt?

Dienstag, 16. Juni 2009 von Hannes

Normalerweise halte ich mich ja aus politischen und rechtlichen Themen weitestgehend raus. Aber heute muss ich mein Unverständnis trotzdem ausdrücken. Es könnte nämlich so einfach sein.

Meines Wissens haben wir geltende Gesetze, von denen eines den Satz “Eine Zensur findet nicht statt.” beinhaltet. Von diesem Gesetz weiß ich sogar wo es steht, es ist nämlich der Artikel 5 des Grundgesetzes. Wo das andere Gesetz – oder wie ich deutsches Recht kenne die 10.000 anderen dieses Themengebiet betreffenden Gesetze – steht/stehen, weiß ich leider nicht. Ich weiß nur, dass Kinderpornografie in Deutschland verboten ist, verfolgt und bestraft werden kann. Das ist glücklicherweise auch nicht nur in Deutschland der Fall.

Gesetz 1 bringt uns in der aktuellen Zensursula-Situation leider noch nicht wirklich weiter, denn es schließt lediglich das vorgeschlagene Verfahren aus. Allerdings stößt uns die Situation direkt auf Gesetz 2 – denn dieses müsste nur angewendet werden. Kinderpornografieserver finden, die Verantwortlichen dazu finden und hinter Gitter bringen, die Server gründlich leeren und vorher im Idealfall noch die log-files nach “Kunden” durchforsten um weitere Anhaltspunkte zur Fahndung zu bekommen. Das dies möglich ist, zeigt auch pretzlaff.info. Alles in allem wäre das auf jeden Fall deutlich sinnvoller, als die ganze Sache unter einem Deckmantel zu tarnen, und die Machenschaften unter diesem lustig weiterlaufen zu lassen. Vor allen Dingen wäre diese Methode nach geltendem Gesetz möglich – ohne Änderungen vornehmen zu müssen, und ohne Tür und Tor für eine weitere Zensur mit bisher völlig unbekanntem Ausmaß zu öffnen.

Weitere Links zur Info: internet-law.de, ak-zensur.de, tauss.de, netzploitik.org, kosmar.de, ODEM.blog

Das UX-Camp 2009 in Berlin

Dienstag, 26. Mai 2009 von Hannes

Gerade sitze ich mal wieder im Zug, diesmal im ICE 875 von Berlin nach Karlsruhe. Alles läuft bestens: Es gibt keinen HotSpot wie meistens – dafür aber jede Menge Verspätung und viele auf dem Gang sitzende, stehende und liegende Menschen – wie immer. Langsam entwickele ich sogar eine gewisse Bewunderung für die Deutsche Bahn, denn kein anderes Unternehmen (außer vielleicht Microsoft) schafft es, seine Kunden seit Jahren mit Füßen zu treten, bekannte Probleme die leicht zu lösen wären mit stoischer Ruhe einfach zu ignorieren und dabei nicht pleite zu gehen.

Aber genug dazu: jetzt zu Berlin und zum UX-Camp.

Berlin war wie immer super, unterwegs dorthin war ich mit @joblerone. Angekommen sind wir schon am Mittwoch Abend, die vier Nächte haben wir bei @mittemellan verbracht, wo es mal wieder superschön war. Danke dafür!

Collage 1
Collage 2

Die fünf Tage Berlin haben wir ausschließlich zu dritt verbracht; die ersten Tage in Friedrichshain, im Mythos-Germania-Museum, im 3D-Kino und in vielen Cafés und Imbissen. Am Freitag Abend begann das UX-Camp 2009 mit der Startup-Party im St. Oberholz.

Freitag: Startup-Party im St. Oberholz

Vom St. Oberholz hatte ich schon viel gelesen, auch schon mehrfach die Webseite besucht, selbst war ich dort jedoch bis zum Freitag Abend noch nicht gewesen. Von seinem Ruf als “Wohnzimmer der digitalen Bohème”, wie es oft bezeichnet wird, und was je nach Autor und Kontext sehr positiv oder sehr negativ gemeint ist, hat man an diesem Abend nicht besonders viel mitbekommen. Die komplette obere Etage war für die Besucher des UX-Camp reserviert und auch in der obligatorischen Rauchertraube vor den Türen waren sehr viele UX-Camp-Badges zu sehen, so dass die paar zusätzlichen Geeks, die im Erdgeschoss an ihren Laptops saßen, gar nicht weiter auffielen. Doch spätestens (weiterlesen…)

Das ist doch einsnullig. Gästebücher und web2.0

Montag, 04. Mai 2009 von Hannes

Sehr oft liest man in letzter Zeit den Kommentar “das ist mir zu einsnullig” oder auf persönlicher Ebene “du bist so einsnullig”, was in der Regel als augenzwinkernde Beleidigung gemeint ist. Aber was genau soll das heißen? Was unterscheidet denn einsnull von zweinull? Auch wenn man die Brücke zu web2.0 zieht, ist den meisten Leuten die Bedeutung nicht klar, da es ja das Wort web1.0 erst gibt, seit man nach kürzeren Ausdrücken für “nicht web2.0″ sucht.

Das Design.

Häufig ist die Aussage auf “einsnulliges Design” bezogen, wobei genau das der schwammigste Punkt überhaupt ist – denn Design2.0 ist weder definiert, noch wirklich objektiv beurteilbar. Meistens versteht man zweinulligem Design jedoch ein sehr schlichtes, sehr übersichtliches Design, in dem der Benutzer sich schnell zurechtfinden kann und die Inhalte schnell finden kann. Bei einem umfangreichen Angebot werden dafür häufig Kategorien und Schlagworte (Tags) verwendet, die gepaart mit einer Suchfunktion schnell zu den gewünschten Inhalten führen. Außerdem wird im Hintergrund (beim Gestalten der Seite) besonderer Wert auf die Einhaltung von Standards wie css und valides html gelegt. Aktualisierte Inhalte sollten ferner auch via RSS abonnierbar sein, so das die Informationen vom Benutzer wahrgenommen werden, und in seinem bevorzugten Umfeld angezeigt werden können.

Wer liefert die Inhalte?

Im web2.0 sind die Rollen “Sender” und “Empfänger” bezüglich der Inhalte weitestgehend aufgehoben. Seiten, die überwiegend statisch sind und auf denen der Betreiber Informationen bereitstellt, die durch den Besucher abgerufen werden können, werden daher oft als einsnullig bezeichnet. Zweinullig hingegen sind Seiten, auf denen die Benutzer selbst Inhalte (Bilder, Texte, Empfehlungen, Berichte) veröffentlichen können, und sich zu bereits von anderen veröffentlichten Inhalten beispielsweise in Form von Kommentaren äußern können. Jeder ist somit Sender und Empfänger, Interaktion wird zur Grundlage der Kommunikation auf der Seite.

Spezialisierung und Zusammenarbeit.

Ein weiterer Punkt im web2.0 ist die Spezialisierung von Webseiten auf bestimmte Funktionen. So stellt google maps oder openstreetmap beispielsweise Kartenmaterial, und Seiten wie flickr oder ipernity eine ausgeklügelte und vielseitige Plattform für die Verwaltung und die Anzeige von Bildern bereit. Doodle bietet die Möglichkeit schnelle Terminabsprachen durchzuführen und backpackit oder mixxt stellt – je nach Projektumfang – Werkzeuge für die Organisation von Teamarbeiten bereit. Musik kann man bequem von blip.fm oder deezer beziehen. All diese Angebote lassen sich jedoch durch die Verwendung von Standards und durch das Bereitstellen von offenen Schnittstellen (API) miteinander verknüpfen und so individuell den Bedürfnissen des Einzelnen anpassen.
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