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	<title>Hannes' Blog &#187; gedanken</title>
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		<title>Gedanken zum Videopodcast der Bundeskanzlerin vom 27.2.2010</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 00:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe eben den Videopodcast der Bundeskanzlerin vom 27.2.2010 gesehen, und war &#8211; gelinde gesagt &#8211; nur halb begeistert. Ein paar Gedanken meinerseits dazu: Die Politik hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung dieses Wachstumsmarktes günstig zu gestalten. Ein Baustein dabei ist die Breitbandstrategie der Bundesregierung. Wir haben uns vorgenommen, bis zum Jahresende jedem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe eben den <a href="http://www.bundeskanzlerin.de/nn_707282/Content/DE/Podcast/2010/2010-02-27-Video-Podcast/2010-02-27-video-podcast-internet.html" target="_blank">Videopodcast der Bundeskanzlerin vom 27.2.2010</a> gesehen, und war &#8211; gelinde gesagt &#8211; nur halb begeistert. Ein paar Gedanken meinerseits dazu:</p>
<blockquote><p>Die Politik hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung dieses Wachstumsmarktes günstig zu gestalten. Ein Baustein dabei ist die Breitbandstrategie der Bundesregierung. Wir haben uns vorgenommen, bis zum Jahresende jedem Haushalt einen einfachen Internetzugang zu ermöglichen. Gleichzeitig werden wir in den nächsten Jahren zielbewusst das schnelle Internet ausbauen.</p></blockquote>
<p>Richtig. Sehr gut. Aber &#8220;vielleicht&#8221; eine Spur zu spät. Sich 2010 darum zu bemühen, dies zu erreichen, liest sich wie Satire. Vor 10 Jahren wäre dies ein angebrachtes und vielleicht sogar zukunftsweisendes Projekt gewesen. Heute wirkt es auf mich eher etwas weltfremd.</p>
<blockquote><p>Mitte des Jahres wird die Bundesregierung eine neue Strategie für die Informations- und Kommunikationstechnologie vorstellen.</p></blockquote>
<p>Neue Bundestrojaner?</p>
<blockquote><p>Hier geht es darum, die Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologie zu nutzen, um sie mit den klassischen Industriebereichen – zum Beispiel der Automobilindustrie – zu vernetzen.</p></blockquote>
<p>Das wird auch höchste Zeit. Meines Wissens werden in der Industrie bisher überhaupt keine Computer eingesetzt. Kommuniziert wird dort auch nicht. Die Automobilindustrie wird Bauklötze staunen, wenn die Bundesregierung endlich so etwas wie eMail oder Internet vorstellt. Von Computern ganz zu schweigen. Stellen Sie sich vor: BMW, Audi und Mercedes müssen dann die Autos nicht mehr frei Hand aus Stahlblöcken feilen. Außerdem könnten in der Entwicklung evtl. in 30 bis 50 Jahren sogar Computer eingesetzt werden und vielleicht sogar irgendwann die Zeichenbretter &#8211; zumindest teilweise &#8211; ersetzen. Ich habe gehört, besonders fortschrittliche Visionäre sprechen von etwas, das sich &#8220;Simulation&#8221; nennt. Aber das ist sicherlich Zukunftsmusik und an dieser Stelle zu weit gegriffen.</p>
<blockquote><p>Denn wir sind davon überzeugt, dass sich die Computertechnologie und die Informationstechnologie in alle Bereiche der Gesellschaft hinein bewegen werden.</p></blockquote>
<p>NEIN! Meinen Sie wirklich, dass es einmal SO weit kommen wird?!? Scherz beiseite: Willkommen in der Realität. Das wird nicht passieren. Das ist schon seit Jahren passiert. Tut mir Leid, dass ich Ihnen das hier sagen muss.</p>
<blockquote><p>Neben den Chancen, die aus dem Internet erwachsen, gibt es natürlich auch Gefahren. Neben dem freien Zugang zum Internet muss ganz deutlich werden: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.</p></blockquote>
<p>Stimmt. Das war es auch zum Glück bisher nicht so. Schauen Sie einfach mal, was heute so an Abmahnungen etc. pp möglich ist. Das Internet ist meiner Meinung strenger geregelt als vieles andere in diesem Land. Es gibt bei weitem wichtigere Baustellen.</p>
<blockquote><p>Deshalb werden wir auch immer wieder dafür sorgen, dass – zum Beispiel im Falle der Kinderpornografie – das Löschen von solchen Seiten möglich sein wird, um Menschen vor Gefahren zu schützen.</p></blockquote>
<p>Im Gegenzug werde ich dafür sorgen, dass es bald so etwas wie Schwerkraft gibt, damit wir nicht mehr so nervig durch die Gegend schweben.</p>
<p>Im Ernst: Wenn ich mich nicht grundlegend täusche, geht das schon immer. Da müssen Sie nicht für sorgen. Das etwas gegen Kinderpornografie unternommen wird ist wichtig und mehr als notwendig und lobenswert. Allerdings wird der Zusammenhang zwischen Kinderpornografie und dem Internet meiner Meinung nach oft etwas verzerrt dargestellt. Wenn man der CDU zuhört, könnte man meinen, dass es im Internet ausschließlich Kinderpornografie gibt. Ich selbst hingegen bin täglich viele Stunden im Internet unterwegs und bin noch nie auf solche Inhalte gestoßen. Vielleicht ist es daher sinnvoller, die eigentlichen Täter zu finden und zu bestrafen und den Opfern zu helfen, statt immer wieder dieses Strohfeuer der Kinderpornografie im Internet zu schüren (empfehlenswertes <a href="http://rettedeinefreiheit.de/" target="_blank">Video</a> dazu). Sonst könnte man noch meinen, das es hier nur um Stimmenfang und Überwachung geht, denn das alles ist &#8211; wie das letzte Jahr gezeigt hat &#8211; ein sehr heiß diskutiertes Thema.</p>
<blockquote><p>Insbesondere geht es aber auch um einen selbstbewussten Umgang der Nutzer mit dem Internet. Dabei kann die Politik Hilfestellungen leisten. Jeder muss aufgefordert sein, personenbezogene Daten nicht allzu freizügig jedermann zur Verfügung zu stellen.</p></blockquote>
<p>Das sehe ich genauso. Hier sollte jeder die Verantwortung lernen, was er im Internet preis gibt, und was nicht.</p>
<p>Hier komme ich allerdings wieder auf den &#8220;rechtsfreien Raum&#8221; zu sprechen. Ich möchte meine Meinung und die Resultate meines Handelns mit anderen teilen und anderen Menschen zur Verfügung stellen. Dafür habe ich im Internet eine Homepage und muss daher ein Impressum pflegen, was ich nach bestem Wissen und Gewissen tue &#8211; immer in der Hoffnung, nicht aufgrund meines Unwissens und eines kleinen Fehlers abgemahnt zu werden. Viel lieber wäre es mir aber, wenn ich meine Privatsphäre insofern schützen könnte, dass ich meine Adresse nicht für jeden zugänglich angeben muss. Dennoch ist sie zum einen bei der <a href="http://www.denic.de" target="_blank">denic</a> einzusehen und zum anderen muss ich sie wie gesagt auch im Impressum führen.</p>
<p>Wie steht die Politik dazu? Was sagen Sie, Frau Merkel? In Ihrem Podcast sagen sie klipp und klar, dass jeder dazu aufgefordert sein muss &#8220;personenbezogene Daten nicht allzu freizügig jedermann zur Verfügung zu stellen&#8221;. Nach den &#8211; dann doch sehr strengen &#8211; Gesetzen im Internet funktioniert das aber wie oben gezeigt nicht.</p>
<blockquote><p>Im vergangen Jahr hat die Bundesregierung den Zugriff auf personenbezogene Daten besser geschützt.</p></blockquote>
<p>ELENA? Vorratsdatenspeicherung? Kameras? Wohnen wir im gleichen Land?</p>
<blockquote><p>Im Augenblick ist viel von „Google Street View“ die Rede. Google will alle Straßen fotografieren und die entsprechenden Ansichten ins Internet stellen. Diejenigen, die finden, dass dies ein Eingriff in ihre private Sphäre ist, können von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen.</p></blockquote>
<p>Schade eigentlich. So lange Google nur das abbildet, was ich aus dem öffentlichen Raum einsehen kann, sehe ich kein Problem &#8211; zumal immer nur ein Zeitpunkt abgebildet wird. Das <a href="http://www.rlp.de/no_cache/aktuelles/presse/einzelansicht/archive/2010/march/article/google-street-view/" target="_blank">Gutachten aus Rheinland Pfalz</a> gibt hier schon gute Einblicke, allerdings kann ich Punkt 3 nicht nachvollziehen. Wer durch ein individualisiertes Haus nicht auffallen möchte, sollte meiner Meinung nach einfach kein stark individualisiertes Haus bewohnen.</p>
<blockquote><p>Die Chancen der Informationstechnologie, des Internetzugangs und der Kommunikationstechnologie sind groß. Die notwendigen technologischen Voraussetzungen werden wir in den nächsten Jahren schaffen.</p></blockquote>
<p>Hübsch. Schade nur, dass das nicht schon lange passiert ist.</p>
<p><em>Alle Zitate stammen aus dem Podcast bzw. aus dem </em><a href="http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Podcast/2010/2010-02-27-Video-Podcast/links/2010-02-27-text,property=publicationFile.pdf" target="_blank" class="broken_link"><em>dazugehörigen pdf</em></a><em>.</em></p>
<p>Das waren meine spontanen Gedanken zu dem Video. Habt Ihr eine Meinung dazu?</p>
         ]]></content:encoded>
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		<title>Überlegungen zu Corporate Identity &amp; Corporate Design</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 12:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Zeit liest man unheimlich viel zu den Themen Corporate Identity (CI) und Corporate Design (CD, welches ein Teil der CI ist) im Netz &#8211; meistens in Form von Handreichungen für die Erstellung von CI-Guidelines für den Internetauftritt von Firmen. Während die meisten Firmen ihr Augenmerk in der Vergangenheit überwiegend auf das Corporate Design gelegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Zeit liest man unheimlich viel zu den Themen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Corporate_Identity" target="_blank">Corporate Identity</a> (CI) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Corporate_Design" target="_blank">Corporate Design</a> (CD, welches ein Teil der CI ist) im Netz &#8211; meistens in Form von Handreichungen für die Erstellung von CI-Guidelines für den Internetauftritt von Firmen. Während die meisten Firmen ihr Augenmerk in der Vergangenheit überwiegend auf das Corporate Design gelegt haben (Logos, Farben, Schriftsätze, Uniformen), wurde die übergeordnete Corporate Identity &#8211; die außerdem beispielsweise auch das Benehmen, das Auftreten in der Öffentlichkeit und die Tonwahl bei Äußerungen beinhaltet &#8211; oft sträflich vernachlässigt.</p>
<p>Und genau das wird gerade einigen Firmen oder Institutionen zum Verhängnis. Da twittert sich schon mal der ein oder andere Angstellte um seinen Job, indem er Firmeninterna ausplaudert oder vielleicht sogar vergisst, das die <a href="http://www.twitterthoughts.com/social-media-news-analyses/2009/10/13/omg-i-hate-my-job-facebook-post-gets-employee-fired.html" target="_blank">Beschwerde über den Chef</a> doch öffentlich ist. Und das Problem betrifft nicht nur 16-jährige Praktikantinnen &#8211; die Verlockung, brisante Informationen sofort weitergeben zu können, macht leider selbst vor dem <a href="http://www.tagesschau.de/inland/twitteraffaere100.html" target="_blank" class="broken_link">Bundespräsidenten</a> <a href="http://www.kumita.de/ratgeber/sms/ergebnis-der-wahl-des-bundespraesidenten-zuerst-per-sms-und-twitter-598.html" target="_blank">nicht</a> <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundespraesidenten-Wahl-Ergebnis-per-SMS-und-Twitter-verkuendet-219939.html" target="_blank">halt</a>. In anderen Firmen herrscht plötzlich ein rauher Wind im Forum der öffentlichen Firmenseite oder im firmenweiten Twitter-Account &#8211; meist, weil ein Mitarbeiter sich dort persönlich angegriffen gefühlt hat.</p>
<p>Und was passiert, wenn die Rechtsanwälte eines großen Konzernes plötzlich alle Verhältnismäßigkeit übersehen und Abmahnungen mit horrenden Rechnungsbeträgen an Privatleute schicken, kann man momentan fast monatlich feststellen. Es erübrigt sich an dieser Stelle zu erwähnen, dass die erstrittenen Summen seltenst in einem vertretbaren Verhältnis zu den wesentlich größeren Imageverlusten stehen. Wer die Stimmung der deutschen Blogosphäre in den letzten Monaten verfolgt hat weiß, wovon ich spreche. Ich für meinen Teil werde beispielsweise wohl nie wieder bei <a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/" target="_blank">Jako</a> oder <a href="http://www.werbeblogger.de/2009/10/17/jack-wolfskin-eroeffnet-den-abmahn-herbst/" target="_blank">Jack Wolfskin</a> einkaufen.</p>
<p><strong>Das Problem besteht darin, dass die Leute als Privatpersonen handeln, und nicht mehr als Vertreter der Firma oder Institution.</strong></p>
<p>Natürlich ist es toll, vertrauliche Informationen zu besitzen &#8211; allerdings muss man natürlich der großen Versuchung widerstehen, diese sofort in die Welt zu posaunen. Das ist natürlich <a href="http://www.pressmap.de/ulrich-kelber-uneinsichtig-bei-twitter-affaere-36981" target="_blank">keine leichte Aufgabe</a> für einen <a href="http://twitter.com/UlrichKelber/status/1892752611" target="_blank">Bundestagsabgeordneten</a>. Kann ja mal schief gehen (Achtung: Ironie). Und sich ins Gedächtnis zu rufen, dass das Internet öffentlich ist &#8211; sogar wenn der Chef nicht im Raum ist &#8211; hätte so manches <a href="http://www.twitterthoughts.com/social-media-news-analyses/2009/10/13/omg-i-hate-my-job-facebook-post-gets-employee-fired.html" target="_blank">Desaster</a> ersparen können. Und wenn die juristischen Abteilungen mancher Firmen ihren Blick aus dem Streitwert-Tunnel lösen, und auf das gesamte Unternehmen weiten könnten, wäre vielen geholfen. Der kleine Privatmann müsste keine Kosten im Rahmen seines 10-Jahres-Budgets berappen, und die Firma müsste lediglich eine kleine eMail schreiben. Der Firma würde zwar ein Streitwert im Gegenwert des Umsatzes der ersten 2 Minuten eines hässlichen Dienstag Vormittags entgehen, dafür aber auch viele Tausend verschreckte Ex-Kunden, deren Kaufkraft wirklich immens gewesen wäre &#8211; würden sie jetzt nicht wo anders einkaufen.</p>
<p>Zur Lösung dieser Problematik mittels CI gibt es, wie bereits erwähnt, zahlreiche Anleitungen im Netz. Dabei ist die Empfehlung meistens, ein Regelwerk zu erstellen. Dazu werden oft dicke Wälzer ausgearbeitet, die keiner überblicken und gar keiner verstehen kann, und deren Inhalte sich im 100-Seiten Abstand nicht selten widersprechen. Dazu gibt es dann zahlreiche PowerPoint-Präsentationen und eine ganze Abteilung, die sich nur um die Pflege dieser CI kümmert. Oft mit fraglichem Erfolg. Denn was keiner versteht, kann auch keiner umsetzen &#8211; und was keiner überblickt, kann auch keiner beachten. Ein Ansatz, den ich auf dem <a href="http://communitycamp.mixxt.de/" target="_blank">communtitycamp Berlin 2009</a> aus einer Session von <a href="http://inthechaos.de/blog/" target="_blank">Vivian</a> mitgenommen habe, ist ein Kommunikationsregelwerk, dass aus einer einzigen Regel besteht und bei einer großen Firma wohl seit Jahren bestens funktioniert:</p>
<p><strong>Tu nichts dummes.</strong></p>
<p>So trivial es auch klingt &#8211; im Prinzip ist genau das die Lösung. Oder auf die obigen Beispiele bezogen: Natürlich weiß die Angestellte, dass Ihr Chef auch auf facebook ist; und selbstverständlich weiß ein Bundestagsabgeordneter, dass er keine vertraulichen und geheimen Informationen twittern darf. Übrigens weiß selbst ein Rechtsanwalt, dass ein paar Tausend Euro für einen Großkonzern Peanuts, und ein schlechter Lohn für viel Negativpublicity sind &#8211; während an anderer Stelle viel Geld für verhältnismäßig wenig Werbung und wesentlich schwerer zu erreichende Posititvpublicity ausgegeben wird.</p>
<p>Ein Ansatz auf den ich gekommen bin, ist der des 1-Mann-Betriebs oder der klitzekleinen Firma. Ein selbständiger Maurer wird den Teufel tun, schlecht über seine Kunden zu twittern. Ebenso wird er den Heimwerker nicht verklagen, der seine Mauer selbst hochzieht. Viel eher wird er sich freuen, wenn er wenige Tage nach dem Bau die schiefe Heimwerkermauer wieder einreißen und eine neue, gerade Mauer bauen kann. Auch die Form der Kommunikation steht hier völlig außer Frage: Die Firma wird nach außen repräsentiert, wie der Maurer sich selbst präsentiert. Die Firma wird sein Image tragen, und somit auch in jeder Form authentisch sein. Wenn er sich verstellt, wird die Authentizität leiden, da niemand mehr da ist, der das &#8220;falsche&#8221; Image mittragen kann.</p>
<p><strong>Woran kann man eine &#8220;Identity&#8221; besser festmachen, als an einer Person?</strong></p>
<p>Natürlich kann man diese Methodik nicht auf einen Konzern übertragen &#8211; denn wer soll hier &#8220;die Identität&#8221; personalisieren? Dennoch können Personen für einen bestimmten &#8220;Stil&#8221; stehen, der stillschweigend als Corporate Identity erkannt wird. Hier lässt sich beispielsweise <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steve_Jobs" target="_blank">Steve Jobs</a> nennen, der mit seinem Verständnis darüber, was einen &#8220;Personal Computer&#8221; ausmacht, ein Produkt geprägt hat, wie kaum ein anderer. Ebenso hat er mit seiner Art diese Computer zu präsentieren einen Standard geschaffen, der inzwischen ein Markenzeichen der mittlerweile wohlbekannten Marke geworden ist. Und trotzdem beruht ein sehr großer Teil der Corporate Identity dieser Marke &#8211; nämlich das Corporate Design &#8211; inzwischen auf einer anderen Person: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Ive" target="_blank">Jonathan Ive</a>. Dieser steht wie kein anderer für das Produktdesign und somit einen sehr wichtigen Teil des Corporate Designs der Firma Apple.</p>
<p>Auffällig hierbei ist, dass gerade bei Apple, wo das Design eines der wichtigsten Produktmerkmale und Kaufkriterien der Kunden ist, ein (!) einziger Designer &#8211; also eine Person &#8211; maßgeblich im Vordergrund steht. Bei anderen Computerherstellern ist selten eine so eindeutige Handschrift zu erkennen wie bei der Marke Apple. Auch wenn Dell, Acer und Toshiba schicke Geräte im Programm haben, sind diese selten so eindeutig der Marke zuzuordnen, wie es bei Apple üblich ist. Ob die fehlende Handschrift im Design der Produkte der Grund ist, warum man ihre Designer selten kennt, oder ob man die Produkte nicht einer Marke zuordnen kann, weil sie die Handschriften verschiedener Designer tragen, scheint ein Henne-Ei Problem zu sein.</p>
<p><strong>Hauptkriterium für eine gute Corporate Identity und ein gutes Corporate Design ist ein Stil und eine eindeutige Handschrift.</strong></p>
<p>Und dass ein Stil und eine eindeutige Handschrift &#8211; in diesem Fall von drei Personen &#8211;  bestens als CI funktioniert, hat bereits Alfred Lion bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Note_Records" target="_blank">Blue Note Records</a> bewiesen.</p>
<blockquote><p>Für die nicht-Jazz-Liebhaber unter meinen Lesern: Blue Note Records war bis in die 70er Jahre <em>das</em> Label für großartige Jazz-Platten. Wo das BlueNote-Logo drauf war, war guter Jazz drin. Ganz ähnlich wie das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fat_Wreck_Chords" target="_blank">Fat Wreck Chords</a> Logo im Punk. Leider sind die neueren Blue Note Platten nicht mehr ausnahmslos toll.</p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Lion" target="_blank">Alfred Lion</a> hatte den Stil, die Musiker so aufzunehmen, dass sie sich wohl fühlten und Spaß am Spielen hatten. Und das hört man auf den Platten. Allerdings zeichnen sich die LPs von Blue Note Records nicht nur durch die ausgezeichnete Musik aus, sondern auch durch eine großartige Cover Art. Und daran waren zwei großartige Köpfe beteiligt: zum einen der Fotograf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Wolff" target="_blank">Francis Wolff</a> und zum anderen der Designer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reid_Miles" target="_blank">Reid Miles</a>. Gemeinsam haben sie Albencover geschaffen, die für mich mehr als nur ein gutes Corporate Design darstellen. <a href="http://www.hardformat.org/the-designers/reid-miles2/" target="_blank">Diese</a> <a href="http://lpcoverlover.com/category/blue-note/" target="_blank">Platten</a> &#8211; meine Damen und Herren &#8211; sind die Definition von Corporate Design. Gemeinsam haben die drei etwas geschaffen, was heute wie die perfekte Corporate Identity scheint, die bis heute oft kopiert und nie erreicht wurde.</p>
<p><strong>Ein Fazit gibt es nicht.</strong></p>
<p>So schön es wäre: Einem Großkonzern &#8220;einfach&#8221; die Handschrift von wenigen Individuen zu verpassen wird kaum möglich sein &#8211; und wenn überhaupt, muss so etwas über Jahre wachsen. Ein &#8220;Tu nichts dummes&#8221;-Grundsatz kann vielleicht in einer Internet-Kommunikationsrichtlinie bestens funktionieren. Allerdings dürfte schon der Gedanke daran, ein Corporate Design auf dem Grundsatz &#8220;Mach es hübsch&#8221; aufzubauen, jedem designinteressierten Menschen die Haare zu Berge stehen lassen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, und wird mit Sicherheit von Fall zu Fall anders aussehen. Nur eins wird wohl niemals funktionieren: Meterdicke Regelwerke und gigabyteweise PowerPoint Präsentationen zur Corporate Identity.</p>
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