Hannes’ Blog

Der Baum in der KIT-Bibliothek

Mittwoch, 28. Juli 2010 von Hannes

Im Eingang der KIT-Bibliothek in Karlsruhe (früher mal “Unibibliothek” oder kurz “Unibib” genannt) steht ein Baum. Der steht schon immer da, und ich habe ihn zwar schon oft wahrgenommen, allerdings noch nie beachtet. Das ist bei mir aber auch nicht weiter verwunderlich, denn wer mich kennt weiß, dass ich nicht besonders viel für Pflanzen aller Art übrig habe und mich nicht besonders dafür interessiere.

Baum in der KIT-Bibliothek KarlsruheNeulich hat mich allerdings ein Kommilitone auf die Missstände bei eben jenem Baum aufmerksam gemacht. Denn obwohl er in diesen kleinen, harten Schaumkörnern steht (die von einigen Studenten mit großer Vorliebe mit in die oberen Stockwerke genommen und von dort wieder durch die Galerien wieder in den Baum-Kübel geworfen werden) und in diesem Zeug zwei Wasserstands-Anzeiger stecken, ist nicht nur dieser Erd-Ersatz furztrocken, sondern auch der gesamte Baum verdorrt.

Der Kommilitone, der mir das gezeigt hat, hat mir auch erzählt, dass das nichts neues ist, sondern schon im letzten Herbst so war. Seitdem ist er wohl immer mal wieder auf das Personal der Bib zugegangen und hat mitgeteilt, dass der Baum Wasser bräuchte. Da könne man aber nichts machen – sagten die Leute von der Bib – außerdem sei das eine Firma, die sich darum kümmere. Aha. Offenbar ja nicht. Aber egal.

Alles in allem musste ich an dieser Stelle schon ein bisschen schmunzeln. Denn so herzlich unwichtig dieser Baum im Unialltag ist, so herzlich wenig ihn jemand vermissen würde, so schrecklich billig er zu ersetzen wäre (ich schätze mal mit der Studiengebühr von 4 Studenten müsste das zu machen sein) und so herzlich egal er mir persönlich ist: Nichts zeigt besser, wie es an dieser Uni läuft.

Denn die Symbolik ist nicht allzu weit hergeholt. Vertrocknet am langen Arm. Man weiß ja Bescheid, aber machen kann man da jetzt auch nichts. Es gibt ja jemanden, der sich darum zu kümmern hat. Wer das ist, das kann man so einfach natürlich auch nicht herausfinden. Aber er ist da – ganz bestimmt. Und wenn DER sich nicht kümmert, dann wird das seine Richtigkeit haben. Und dann kann man da auch nicht eingreifen. Auch nicht, wenn es nur eine Kanne Wasser bedeutet hätte.

P.S.:
Ich habe als Mensch ohne grünen Daumen natürlich keine Ahnung ob der Baum noch lebt und wieder treibt, wenn man jetzt Wasser in den Kübel kippt, oder ob er dann nur anfängt zu faulen und zu stinken. Daher werde ich das auch jetzt nicht tun.

Allerdings wäre das nun eine großartige Möglichkeit für all die “Baumretter”, die die Baumstümpfe an der Baustelle am Kronenplatz mit den “Ich musste sterben”-Zetteln verschönert haben. Als wahre Pflanzenfreunde könnt Ihr hier noch Gutes tun, falls der Baum noch zu retten ist!

Update:
Bereits rund zwei Wochen nach diesem Blogpost war der Baum getauscht, dieses Foto stammt vom 13.8.2010:

Der neue Baum

Fotoausstellung im Z10

Mittwoch, 29. August 2007 von Hannes

Ich freue mich sehr bekannt geben zu dürfen, dass heute Abend eine Fotoausstellung meiner Werke im Z10 in Karlsruhe eröffnet. Das Z10 hat eine Homepage und befindet sich hier. Ein Besuch lohnt sich – nicht nur weil dort das Bier billig ist ;-) ! Die Ausstellung beginnt heute und wird noch einige Wochen dort zu sehen sein. Ich freue mich auf Euren Besuch!

Lonely Walk

Feestyle Jam

Freitag, 26. Januar 2007 von Hannes

Heute Abend habe ich mal wieder beim WiWiWi (Wirtschafts-Wissenschaftler-Winterfest) Klavier in der Pianolounge gespielt, und wie immer habe ich dieser Veranstaltung sehr skeptisch entgegengeblickt. Denn erstens hasse ich das WiWiWi und WiWiSo (Sommerfest) abgrundtief – weil es unglaublich voll ist, überwiegend Leute da sind mit denen ich nicht kann, die Musik scheiße ist (BummBummBumm), eine unglaublich aggressive Stimmung herrscht (was auch nur bedingt wundert, weil sich immer alle auf den Füßen rumtrampeln weils so voll ist) und weil es halt eine dieser Riesenpartys ist, die immer scheiße sind. Die Art Partys, wo man jedes mal danach sagt: da gehst Du aber das nächste mal nicht mehr hin.

Normalerweise würden mich auch keine 10 Pferde da hinbringen, aber wenn man da spielt – was soll man da machen? Auch das spielen macht dort normalerweise nicht wirklich Spaß, denn zuerst ist es sehr leer, Leute kommen und gehen und keiner hört zu. Dann wird es langsam voller (die Leute werden von draußen quasi reingepresst, weils im Disco-Raum so voll ist), zuhören tut aber immer noch keiner. Dafür kommt alle paar Minuten einer, stellt sich neben das Klavier, drückt ein paar Tasten, oder plärrt einem ins Ohr: ‘Mach mal was fetziges!’, ‘Spiel mal Metal!’, ‘Kannst Du mal daaahhhdahhhhdahhhhh spielen?’. Alternativ gibts auch die Leute, die dann während dem spielen fragen, wie lang man denn schon Klavier spielt, wie viele Tasten so ein E-Piano hat, oder einem erklären, dass sie ja selbst mal Klavier gespielt hätten, und ob ich ihnen ‘die Noten die ich da hab’ mal geben könnte. Dieser Terror wird mit steigendem Alkoholpegel der ‘Zuhörer’ natürlich immer dreister, lauter und gipfelt dann darin, dass selbst normalerweise anständige Menschen wie J4 zur regelrechten Plage werden, einem Beleidigungen ins Ohr schreien und einem Bier über Hand und Tastatur kippen. So weit so gut – aber ich bin ja selber Schuld, was spiel ich bei WiWi’s auch Jazz. Das ist wie wenn man einem Säugling – der dazu noch Nachkomme von Dieter Bohlen und Paris Hilton ist – direkt nach seiner Geburt den kategorischen Imperativ erklärt (frei nach Walter Moers). Da kann man nicht wirklich auf Verständnis, Akzeptanz oder gar Zustimmung hoffen. Der wird das nicht verstehen. Und auch nicht wohlartikuliert antworten. Ebenso wird ein Wiwi keinen Jazz verstehen. Und folglich auch nicht mögen. Mit Fischen soll man nicht übers fliegen reden, die sollte man im Wasser lassen. Und genauso sollten die Wiwi’s weiterhin vor ihrem DJ rumhopsen, statt hilflose Musiker zu quälen, die gerade im totalen Krach irgendwie versuchen, irgendwelche Tasten zu treffen. Oder die Musiker sollten nicht zu den Wiwis gehen – eins von beiden.

Ausnahmen bestätigen da natürlich wieder die Regel – es gibt auch anständige, interessierte und denkende Wiwis, allerdings merkt man von denen nichts, denn sie fallen ja leider zum Glück nicht auf…

Heute war es zuerst wieder so grausam. Das hat sich so gegen 12/1 Uhr geändert. Da sind nämlich einige echt lockere, interessierte Leute aufgetaucht, die das auch auf sehr sympathische Art zu verstehen gegeben haben. Und dann tauchten da zwei Jungs aus Ludwigshafen auf, die den Abend vollends gerettet haben: zwei Freestyle Rapper – Johann und Max, zu hören in der Band MojoSoundz. Und die Jungs können deutlich mehr, als die mp3s auf der Seite vermuten lassen. Leider ohne Mikro, aber dafür mit um so mehr Enthusiasmus, entstand eine gepflegte kleine winzige Freestyle-Session. Die war zwar leider nicht für jeden gut zu hören, dafür aber um so geiler. Nummern wurden getauscht und ich hoffe wirklich, das sich da noch eine Zusammenarbeit entwickelt. Ich hab den beiden mal morgen Abend für den Jazzbar-Abend im Z10 Bescheid gegeben – mal sehen was draus wird…

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