Heute Abend habe ich mal wieder beim WiWiWi (Wirtschafts-Wissenschaftler-Winterfest) Klavier in der Pianolounge gespielt, und wie immer habe ich dieser Veranstaltung sehr skeptisch entgegengeblickt. Denn erstens hasse ich das WiWiWi und WiWiSo (Sommerfest) abgrundtief – weil es unglaublich voll ist, überwiegend Leute da sind mit denen ich nicht kann, die Musik scheiße ist (BummBummBumm), eine unglaublich aggressive Stimmung herrscht (was auch nur bedingt wundert, weil sich immer alle auf den Füßen rumtrampeln weils so voll ist) und weil es halt eine dieser Riesenpartys ist, die immer scheiße sind. Die Art Partys, wo man jedes mal danach sagt: da gehst Du aber das nächste mal nicht mehr hin.
Normalerweise würden mich auch keine 10 Pferde da hinbringen, aber wenn man da spielt – was soll man da machen? Auch das spielen macht dort normalerweise nicht wirklich Spaß, denn zuerst ist es sehr leer, Leute kommen und gehen und keiner hört zu. Dann wird es langsam voller (die Leute werden von draußen quasi reingepresst, weils im Disco-Raum so voll ist), zuhören tut aber immer noch keiner. Dafür kommt alle paar Minuten einer, stellt sich neben das Klavier, drückt ein paar Tasten, oder plärrt einem ins Ohr: ‘Mach mal was fetziges!’, ‘Spiel mal Metal!’, ‘Kannst Du mal daaahhhdahhhhdahhhhh spielen?’. Alternativ gibts auch die Leute, die dann während dem spielen fragen, wie lang man denn schon Klavier spielt, wie viele Tasten so ein E-Piano hat, oder einem erklären, dass sie ja selbst mal Klavier gespielt hätten, und ob ich ihnen ‘die Noten die ich da hab’ mal geben könnte. Dieser Terror wird mit steigendem Alkoholpegel der ‘Zuhörer’ natürlich immer dreister, lauter und gipfelt dann darin, dass selbst normalerweise anständige Menschen wie J4 zur regelrechten Plage werden, einem Beleidigungen ins Ohr schreien und einem Bier über Hand und Tastatur kippen. So weit so gut – aber ich bin ja selber Schuld, was spiel ich bei WiWi’s auch Jazz. Das ist wie wenn man einem Säugling – der dazu noch Nachkomme von Dieter Bohlen und Paris Hilton ist – direkt nach seiner Geburt den kategorischen Imperativ erklärt (frei nach Walter Moers). Da kann man nicht wirklich auf Verständnis, Akzeptanz oder gar Zustimmung hoffen. Der wird das nicht verstehen. Und auch nicht wohlartikuliert antworten. Ebenso wird ein Wiwi keinen Jazz verstehen. Und folglich auch nicht mögen. Mit Fischen soll man nicht übers fliegen reden, die sollte man im Wasser lassen. Und genauso sollten die Wiwi’s weiterhin vor ihrem DJ rumhopsen, statt hilflose Musiker zu quälen, die gerade im totalen Krach irgendwie versuchen, irgendwelche Tasten zu treffen. Oder die Musiker sollten nicht zu den Wiwis gehen – eins von beiden.
Ausnahmen bestätigen da natürlich wieder die Regel – es gibt auch anständige, interessierte und denkende Wiwis, allerdings merkt man von denen nichts, denn sie fallen ja leider zum Glück nicht auf…
Heute war es zuerst wieder so grausam. Das hat sich so gegen 12/1 Uhr geändert. Da sind nämlich einige echt lockere, interessierte Leute aufgetaucht, die das auch auf sehr sympathische Art zu verstehen gegeben haben. Und dann tauchten da zwei Jungs aus Ludwigshafen auf, die den Abend vollends gerettet haben: zwei Freestyle Rapper – Johann und Max, zu hören in der Band MojoSoundz. Und die Jungs können deutlich mehr, als die mp3s auf der Seite vermuten lassen. Leider ohne Mikro, aber dafür mit um so mehr Enthusiasmus, entstand eine gepflegte kleine winzige Freestyle-Session. Die war zwar leider nicht für jeden gut zu hören, dafür aber um so geiler. Nummern wurden getauscht und ich hoffe wirklich, das sich da noch eine Zusammenarbeit entwickelt. Ich hab den beiden mal morgen Abend für den Jazzbar-Abend im Z10 Bescheid gegeben – mal sehen was draus wird…