Hannes’ Blog

Das UX-Camp 2009 in Berlin

Dienstag, 26. Mai 2009 von Hannes

Gerade sitze ich mal wieder im Zug, diesmal im ICE 875 von Berlin nach Karlsruhe. Alles läuft bestens: Es gibt keinen HotSpot wie meistens – dafür aber jede Menge Verspätung und viele auf dem Gang sitzende, stehende und liegende Menschen – wie immer. Langsam entwickele ich sogar eine gewisse Bewunderung für die Deutsche Bahn, denn kein anderes Unternehmen (außer vielleicht Microsoft) schafft es, seine Kunden seit Jahren mit Füßen zu treten, bekannte Probleme die leicht zu lösen wären mit stoischer Ruhe einfach zu ignorieren und dabei nicht pleite zu gehen.

Aber genug dazu: jetzt zu Berlin und zum UX-Camp.

Berlin war wie immer super, unterwegs dorthin war ich mit @joblerone. Angekommen sind wir schon am Mittwoch Abend, die vier Nächte haben wir bei @mittemellan verbracht, wo es mal wieder superschön war. Danke dafür!

Collage 1
Collage 2

Die fünf Tage Berlin haben wir ausschließlich zu dritt verbracht; die ersten Tage in Friedrichshain, im Mythos-Germania-Museum, im 3D-Kino und in vielen Cafés und Imbissen. Am Freitag Abend begann das UX-Camp 2009 mit der Startup-Party im St. Oberholz.

Freitag: Startup-Party im St. Oberholz

Vom St. Oberholz hatte ich schon viel gelesen, auch schon mehrfach die Webseite besucht, selbst war ich dort jedoch bis zum Freitag Abend noch nicht gewesen. Von seinem Ruf als “Wohnzimmer der digitalen Bohème”, wie es oft bezeichnet wird, und was je nach Autor und Kontext sehr positiv oder sehr negativ gemeint ist, hat man an diesem Abend nicht besonders viel mitbekommen. Die komplette obere Etage war für die Besucher des UX-Camp reserviert und auch in der obligatorischen Rauchertraube vor den Türen waren sehr viele UX-Camp-Badges zu sehen, so dass die paar zusätzlichen Geeks, die im Erdgeschoss an ihren Laptops saßen, gar nicht weiter auffielen. Doch spätestens (weiterlesen …)

Ein paar Eindrücke aus Amsterdam

Mittwoch, 24. Oktober 2007 von Hannes

Amsterdam Impressions 1
Das ganze gibts noch in größer und groß.

Amsterdam Impressions 2
Das ganze gibts noch in größer und groß.

Amsterdam Impressions 3
Das ganze gibts noch in größer und groß.

Amsterdam Impressions 4
Das ganze gibts noch in größer und groß.

Leute mit Mighty Mouse, einem neueren MacBook oder einem sonstigen 2D-Scrolling Tool können auch diese Zusammenstellung betrachten. Dort bitte unten auf ‘ZOOM IN’ klicken.

Amsterdam – Die Rückfahrt

Mittwoch, 24. Oktober 2007 von Hannes

Eine Woche später. Ich sitze wieder in der Bahn: Amsterdam – Karlsruhe. Eine superschöne Woche in Amsterdam ist zu Ende, die Reise hat sich gelohnt. Amsterdam ist wunderbar ruhig, im geschäftigen Treiben in den Straßen, dem wuseln der Menschen, Fietsen und Roller entsteht eine eigene und wunderschöne Idylle und Ruhe. Irgendwie ist alles in Bewegung, schnell und unübersichtlich, aber dennoch gelassen und gemütlich. Zwei Ecken und eine Gasse weiter findet sich auch meistens ein Örtchen der totalen Ruhe; zwischen Häuserecken, Grachten, seit Tagen und Wochen geparkten Autos und Brücken liegen Kleinode, die nur gefunden werden wollen. Wenn man sich nicht mit dem Randstein der Gracht zufrieden geben möchte und etwas weiter sucht, findet man bald sogar eine Bank, die zum Ausruhen und genießen einlädt.

Das von mir aufgespürte Nachtleben ist nicht so mein Fall, aber das liegt wohl an mir, denn es braucht wohl einige Zeit, bis man die Vielfalt des Angebotes überblicken kann und die guten Läden gefunden hat. Denn Amsterdam ist überflutet mit wunderschönen Cafés und Kneipen. Es ist unmöglich, sich alle bei einem Stadtstreifzug entdeckten und mit ‘da musst Du mal hin’-Prädikat versehenen Cafés auch nur annähernd zu merken, denn es reiht sich eins ans andere. Es gibt übrigens sehr viele ‘normale’ Kneipen, den unzähligen Coffeeshops kann man gut umgehen, dem Gestank von Gras auf der Straße leider nicht immer. Auch das Konzertangebot ist – dort wohnenden Freunden von mir zu Folge – unglaublich gut, allein in den nächsten Wochen geben sich offensichtlich Joshua Redman, Mike Stern und Dennis Chambers die Klinke vielen anderen Künstlern dieses Niveaus in die Hand. Es gibt außerdem zahlreiche Museen und unzählige kleine Ausstellungen, die alles mögliche und unmögliche in frei zugänglichen Räumen ausstellen. Die Auswahl an kleinen Läden ist ebenso zahlreich wie vielseitig. Vom Luxusmöbelausstatter über wunderschöne Platten- und Buchläden bis zu abgedrehten Second-Hand-Shops ist alles vertreten. Auch die zahlreichen Märkte laden zum ausgiebigen und stundenlangen Schlendern ein. Hier funktioniert auch feilschen und handeln bestens, was die wie sonst auch in dieser Stadt utopischen Preise ein wenig relativiert. Ich selbst bin mit einer warmen Jacke und diesem Schmuckstück von Kamera fündig geworden.

Auch kulinarisch wurden meine wirklich schlimmen Befürchtungen keinesfalls bestätigt. Fastfood regiert die Stadt, aber man bekommt alles nur erdenkliche, die Qualität ist super und auch Restaurants aller Herren Länder sind reichlich vorhanden. Auch in den Supermärkten, die ich besucht habe war die Auswahl größer als in Deutschland, küchenfertig präparierte Produkte von Salat über Gemüse bis marinierte Medaillons liegen appetitlich verpackt in der Kühltheke und schmecken auch sehr hochwertig.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat, ist die homogene Mischung von Arm und Reich in der Stadt. Von der mit dem Lineal gezogenen Linie zwischen Gucci und bettelnden Kindern, auf der nur noch der gezogene Stacheldraht fehlt, wie man es z.B. aus München kennt und was mich wirklich anwidert, ist hier nichts zu finden. Es gibt keine Ferraris wie in London, und auch kaum fertig in den Straßen liegende Penner. Dafür ist das Mittelfeld breiter, wohlhabende Damen – gut und teuer aber unauffällig gekleidet – laufen auf der Straße kreuz und quer mit Männern in fleckigen Jacken auf dem Weg zur nächsten Mülltonne durcheinander. Familien und zielstrebig zur Arbeit gehende Männer laufen im Rotlichtbezirk an den winkenden Prostituierten vorbei, ohne diese zu ignorieren oder zu verachten – es scheint als lebe man nebeneinander und respektiere sich so wie man ist. Die unzähligen Dealer und selbsternannten ‘Guides’ sind zwar sehr kontaktfreudig und manchmal penetrant, aber niemals ‘zu’ aufdringlich – zumindest in meinem Fall haben sie ein deutliches und bestimmtes ‘Nein Danke’ verhältnismäßig schnell akzeptiert. Unwohl habe ich mich in der Woche nur ein mal in einer offensichtlich wohl bekannten Straße gefühlt, durch die ich unwissend an einem Abend zu fortgeschrittener Stunde gelaufen bin. Doch selbst dort gab es keine Gewalthandlungen und keine offensichtliche Gewaltbereitschaft – nur extrem viele bedrohlich in allen nur erdenklichen Ecken und Hauseingängen lehnende Menschen, keine Lampen und keine Läden und Kneipen.

Alles in allem war es wie bereits gesagt eine wunderschöne Woche in einer wunderschönen Stadt, mit viel Sonne, viel Ruhe und unglaublich schönen Orten. Vielen Dank auch an Johanna und Nicole, in deren gigantischer Wohnung ich wohnen durfte. Nach Amsterdam werde ich sicherlich wieder fahren…

Die Bahn – Unternehmen Verspätung

Freitag, 19. Oktober 2007 von Hannes

Achtung: Dieser Artikel hat keinen Inhalt und ist dafür schrecklich lang. Ich musste mit der Deutschen Bahn fahren – und da kann man nur verblöden und schwafeln. Und das hab ich auch gemacht.

Gerade sitze ich im Zug, alles so weit in Ordnung, relativ leer und nur mittelmäßig eng – zwar saukalt – aber OK. Wenigstens fahre ich dieses mal – die letzten Reisen mit der Bahn dauerten ausnahmslos doppelt so lang wie geplant und die allerletzte führte gar nicht zum Ziel – denn als der Zug seinen Stillstand in Oberuntertupfingen beendete war die Veranstaltung, die der Grund der Reise war, schon vorbei. Momentan fährt zumindest alles. Dennoch fühle ich mich als überzeugter Anhänger der individuellen Mobilität arg kastriert. Denn jetzt sitz ich hier, langweile mich zu Tode und darf einer Dame deren beste Tage schon lange in Vergessenheit geraten sind beim lautstarken Gespräch mit ihrem laufenden Muff zuhören. Ich will dieses etwas – welches durchaus für die Reinigung von Schornsteinen zu gebrauchen wäre – jetzt nicht als Hund titulieren, da sonst alle andern Hunde die diesen Blog lesen Selbstmord aus Scham begehen müssten. Eine andere Frau tut sehr geschäftig, hechtet alle paar Sekunden auf ihren Blackberry und drückt wie wild mit den Daumen irgendwelche Texte da rein. Erbärmlich – bin ich froh dass ich ne Tastatur hab. Neben mir sitzt ein älterer Mann, der die ganze Zeit gebannt, seine Handtasche festkrallend, auf die Geschwindigkeitsanzeige des Zuges schaut. Da brauch ich nun nicht mehr hinschauen, die Geschwindigkeit lässt sich exakt im Gesicht des Mannes ablesen. Der Ausdruck variiert von glückseliger Ruhe, Gelassenheit und absolutem Wohlbefinden im Stillstand zu verkrampfter Angst und panischer Hilflosigkeit bei 284km/h. Ansonsten ist es nett zu beobachten wie die Leute die von draußen in legerer Herbstkleidung den Zug betreten und sich dann Stück für Stück erst in zusätzliche Pullis, dann in Jacken und kurz darauf in Schals verpacken um sich schließlich mit allem was sie kriegen können in einer Ecke einmummeln. Da sag noch einer was gegen die Klimaanlagen in ICE’s – wenn was funktioniert, dann die.

Aber zurück zur Langeweile – was tun? Nachdem mich nach 5 Minuten im Zug die Untätigkeit mal wieder total auffraß, kamen mal wieder die Argumente der überzeugten Zugfahrer. ‘Da kann man was lesen!’ Ja. Schön. Ich will aber nix lesen, ich will was tun. ‘Da kann man was arbeiten!’ Nein. Leider nicht. Dachte ich auch. Meine Homepage liegt jetzt seit einigen Jahren unverändert auf dem Server, gefällt außer mir nun wirklich gar keinem und ist auch so sehr unzweckmäßig. Der Inhalt ist nicht grafisch aufgegliedert, zu viele Inhalte, für außenstehende undurchsichtige Aufteilung und viiieeeeel zu viel Text. Das weiß ich alles, das war mir auch immer egal – aber heute wollte ich das ändern. Einfach alles komplett neu machen. Ich hab ja sonst nix zu tun. Aber leider hat die Bahn nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart und die Vergangenheit komplett verschlafen. Man kann sich heute an jedem noch so albernen und unnötigen Ort in einen HotSpot einwählen – nur in der Bahn nicht. Hier gibts nämlich keinen. Wie albern ist das denn? Damit hat sich das mit dem in der Bahn arbeiten schon erledigt. Wie soll ich eine Internetseite ohne Internet machen? Zumindest nicht effektiv. Und wenn dieses Problem nur ein Promille der Kunden betrifft: Nicht mal die Mails erledigen kann man hier; und das betrifft mehr. Fakt ist: Ein Zug dem ein Image der Business-Klasse aufgeprägt wird und 2007 nicht über WLAN verfügt ist definitiv nicht zeitgemäß.

Liebe Bahn, wenn Du das liest denk mal drüber nach. Ich kann das natürlich nicht beurteilen, aber ich glaub die Kundenfreundlichkeit und den Service zu erhöhen bringt mehr als zu Streiken.

London mit Silke

Montag, 12. März 2007 von Hannes

An diesem Wochenende war ich mit Silke in London. Dort sind wir hingefahren um ‘Avenue Q’ (ein sehr geiles Musical) anzuschauen. 2 Tage lang haben wir die Stadt unsicher gemacht, und es war einfach nur geil.

London Tube

London:
Viele Menschen, viel Trubel, viel Chaos (die beiden Haupt-U-Bahn-Linien sind gerade geschlossen), viel Reichtum, viel Armut. Nachts liegt in jedem Hauseingang jemand in Pappe gewickelt und schläft, Junkies dealen auf offener Straße, quasinackte Mädels der Güteklasse A so weit das Auge reicht. Auf der Straße wimmelt es von Strechlimos, als eine rosa-pinkfarbene an einer Ampel anhielt, öffneten die Insassen ein Fenster um sich nach unserem Befinden zu erkundigen. Die Insassen: Ein Haufen leicht und unglaublich schick bekleideter Mädels im zarten Alter von 15 oder 16 Jahren, ziemlich betrunken leicht angeheitert und jeweils mit Sektglas in der Hand. Tagsüber ebensolch reges Treiben, weniger Haut, weniger Stretchlimos, dafür auf den Straßen Ferraris in einer Anzahl, in der es bei uns Corsas gibt. London ist laut, grell, unglaublich inhomogen und beinahe unwirklich – eine tolle Stadt.

Avenue Q hat die Erwartungen auch bei weitem Übertroffen und war absolut gigantisch. Das es gut werden würde habe ich erwartet, aber dass es so gut werden würde nicht – denn es war wirklich erste Sahne. Die Puppen wurden gigantisch gespielt, die (Puppen-)Schauspieler stehen ungetarnt in Alltagskleidung auf der Bühne und spielen, sprechen, tanzen und singen ihre Handpuppe. Dabei spielen sie alle noch verschiedene Puppen. Das mag sich jetzt eher befremdlich und lieblos anhören, aber wer es gesehen hat wird wissen was ich meine: Eine Schauspielerische Leistung vom Feinsten, die Ihresgleichen sucht. Die Produktion ist perfekt, in jederlei Hinsicht toll gemacht, das ganze findet in einem wunderschönen Theater statt und ist wärmstens zu empfehlen.

Das Hotel (von mir als Luxusklasse, von Silke als akzeptabel bezeichnet) hatte einige Probleme mit der Heizung, aber auch hierfür fand sich eine Lösung (man schnorre einen defekten Radiator, entferne den Schalter und schon wird alles gut) und wer wird sich denn von so einem Kinkerlitz die Laune verderben lassen. Hin- und Rückreise waren mit Verspätung und Stau gespickt, aber letztendlich hat alles bestens geklappt, es gab keine Probleme und es war ein Supertrip.

Alles in allem waren sowohl London, als auch Avenue Q, als auch die Gesellschaft jeweils eine Reise wert, und ich möchte auch hier noch mal ganz explizt loswerden: Danke liebe Silke!

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