Hannes’ Blog

Relevanz und neue Filter im social web

Samstag, 02. Oktober 2010 von Hannes

Videos und Witze, bei denen Leute durch die Öffentlichkeit laufen, und ihre Gedanken in die Welt heraus schreien sind als Social Media Parodien seit langem bekannt und werden (teilweise recht “ähnlich”) auch immer wieder neu präsentiert.

Abgesehen, dass diese Witze natürlich unmenschlich witzig sind, gibt es allerdings auch immer wieder ein paar Leute, die das ganze sehr Ernst nehmen und mit “aber genau so ist es doch” kommentieren. Doch an diesen Leuten ist offenbar eine klitzekleine ziemlich bedeutende Entwicklung vorübergegangen.

Die persönliche Kommunikation wurde nämlich durch die Werkzeuge des heutigen Internets (facebook, twitter, …) um einen neuen Filter erweitert, der bisher nur anderen Kommunikationsformen vorbehalten war. Was ich damit meine, möchte ich am ein oder anderen Beispiel erläutern.

Bei Informationen geht es immer auch um Relevanz und Filter. Es gibt immer mehr Information, als wir in der Lage sind wahrzunehmen oder zu verarbeiten. Daher sind Filter essenziell wichtig – und gute Filter trennen zuverlässig relevante von irrelevanten Informationen. Wie gut unser Gehirn das kann, zeigt dieses Video:

Die Frage ist nur: Wo wird was gefiltert?

Bei der klassischen persönlichen Kommunikation findet die Relevanzfilterung beim Sender statt.

Die Filter in der persönlichen Kommunikation lagen dabei bisher immer beim Sender, egal welches Medium verwendet wurde. Egal ob im persönlichen Gespräch, per Brief/eMail oder per Telefon – auf allen klassischen Kommunikationskanälen berichtet man dem Gegenüber ausschließlich Dinge, von denen man glaubt, dass sie ihn auch Interessieren.

Bei guten Freunden, deren Interessen man sehr genau kennt, funktioniert das natürlich sehr gut. Ich erzähle beispielsweise meiner Mutter nichts über die neusten Technologien in der Fahrzeugentwicklung und meinen Studienkollegen nichts über neue Modelle unter den Spiegelreflexkameras. Das bespreche ich dafür mit Martin oder Steffen, denen ich aber nichts von den Nachbarn meiner Mutter erzähle.

Bei Fremden ist es hingegen umso schwieriger. Sitzt man beispielsweise in einer reinen Frauenrunde, wird man(n) sich wohl eher zurückhalten, auf Autos oder Technik zu sprechen zu kommen. Statt dessen passt man sich mit seinen Themen den aktuellen an. Dass das aber nicht immer der beste Weg ist, habe ich erst neulich mal wieder erfahren, als eine dieser Frauen und ich erst kurz vor der Verabschiedung unser gemeinsame Interesse für Oldtimer-Rallyes entdeckt haben. Schade eigentlich.

Doch genau dieses Problem gibt es im Social Web nicht. Hier sind gemeinsame Interessen schnell aufzudecken und werden teilweise (je nach Plattform) sogar automatisch gefunden und besonders hervorgehoben.

Die persönliche Kommunikation im Social Web beruht auf einer Filterung beim Empfänger

Was die Kommunikation in den digitalen sozialen Netzwerken grundlegend von der klassischen persönlichen Kommunikation unterscheidet, ist der Ort der Filterung. Während man sich in den klassischen Kanälen Fragen wie “interessiert das meinen Gegenüber”, “ist das Relevant für ihn” oder “könnte es ihn langweilen” stellen musste, ist im Medium der digitalen Netzwerke lediglich die Frage “möchte ich, dass alle das wissen” oder “kann ich mich mit dieser Aussage identifizieren” zu stellen. Die Fragen nach Interesse oder Relevanz sollte sich der Sender im Idealfall nicht stellen, da diese der Empfänger viel besser – und in diesem Medium auch sehr einfach – selbst beantworten und die entsprechenden Inhalte filtern kann. Eine sinnvolle Relevanzfilterung beim Sender ist ohnehin kaum möglich, da er sich mit seiner Nachricht an eine – je nach Plattform – beschränkt oder unbeschränkt große Gruppe wendet, ohne den genauen Empfänger zu kennen.

Beispiele dazu sind so zahlreich wie die Themen unserer Kommunikation. Ich möchte kurz auf die bekannteste aller Fragen eingehen: “Wo bist Du?”

Diese Frage wird schon seit Jahrhunderten auf Postkarten beantwortet und in Zeiten von Mobiltelefonen täglich unzählige male gestellt. In Zeiten von Social Media hat nun jeder die Möglichkeit, diese Frage beliebig oft, beliebig präzise und für einen beliebig gewählten Personenkreis abrufbar zu beantworten – ich werfe hier lediglich die Stichworte foursquare, gowalla oder brightkite in den Raum.

Nutzt ein Bekannter von mir also diese Möglichkeit, stehen mir (als Empfänger) beschränkt viele Informationen zur Verfügung, die für mich eine gewisse Relevanz besitzen. Diese Relevanz hängt dabei natürlich stark vom Sender ab. So interessiert mich der (bewusst gesendete) Aufenthaltsort meiner Freundin immer und der eines guten Freundes aus einer anderen Stadt vielleicht nur, wenn sich dieser (ausnahmsweise) im Umkreis von 5km befindet. Wo sich ein anderer Bekannter gerade aufhält, ist mir vielleicht in jedem Fall egal. Entsprechend dieser sehr persönlichen Relevanz würde ich nun meine Filter einstellen.

Wie so oft ebnet facebook Wege.

Wer hier in meinen Augen Pionierarbeit geleistet hat, ist facebook. Denn facebook ist das erste und einzige Soziale Netzwerk, das zum einen eine sehr breite Masse abdeckt, und zum anderen über eine recht differenzierte “Verbergen”-Funktion verschiedene Informationsgruppen (z.B. einzelne Spiele, Services, Seiten oder Personen) ausblendet. Die Filtermöglichkeiten sind auf anderen Plattformen zwar teilweise besser und z.B. in verschiedenen Twitter-Clients beliebig variabel, allerdings werden sie dort nur von Randgruppen genutzt – und nicht von einer breiten Masse wie bei facebook.

Alter Wein in neuen Schläuchen, oder warum der Relevanzfilter beim Empfänger eigentlich nichts neues ist.

Der Relevanzfilter beim Empfänger ist natürlich nur in der persönlichen Kommunikation etwas neues. Im Bereich der gedruckten Medien ist das ganze ein alter Hut. Und diese Parallele lässt sich auch heranziehen, um Leuten, die sich über “ungefiltert herausposaunte Belanglosigkeiten” beschweren, die Äußerung im Social Web zu erläutern.

Jeder hat sich damit abgefunden – und die meisten sind sogar froh darüber – dass es in Bibliotheken Bücher zu jedem, aber nun wirklich jedem Thema gibt, so irrelevant das für den Einzelnen sein mag. Da gibt es Bücher zu Kunst in der Antike, zu Regelsystemen in autonom fahrenden LKW, zu Verhaltensmustern von Bienen und zu Strukturveränderungen von Werkstoffen bei Alterungsprozessen.

Statt sich aufzuregen, sind hier alle froh, dass es so eine große Auswahl gibt, und lassen die Bücher, die sie nicht interessieren, einfach stehen. Sich in dem Wirrwarr zurechtzufinden und die relevanten Bücher herauszufinden haben die meisten gelernt, so dass die Vielfalt kein Problem, sondern eine Bereicherung darstellt.

Da fehlt es nur noch, den Sprung von da zum gleichen Vorgehen in der persönlichen Kommunikation zu schaffen. Man darf sich nicht aufregen, dass alle Informationen plötzlich in scheinbar unendlicher Vielfalt vorliegen. Man muss lediglich lernen, diese Informationen so zu filtern, dass lediglich die relevanten durchkommen.

(k)ein Netzwerktag

Mittwoch, 23. September 2009 von Hannes

Der Kai hat ihn sich irgendwann mal ausgedacht, der Martin macht ihn regelmäßig und auch auf vielen anderen Blogs sieht man ihn inzwischen sehr häufig. Den Netzwerktag.

Und deswegen gibts bei mir heute …keinen.

Denn bei mir ist immer Netzwerktag. Denn auf meiner Sartseite hannestrapp.de ist stets eine Übersicht von Links zu vielen der Portale, auf denen ich angemeldet oder aktiv bin, zu finden. Natürlich freue ich mich auch auf diesen Portalen über Euern Besuch – und darauf, mich auch dort mit Euch zu vernetzen. Schaut Euch einfach mal um. Auch ohne Netzwerktag. ;-)

Das ist doch einsnullig. Gästebücher und web2.0

Montag, 04. Mai 2009 von Hannes

Sehr oft liest man in letzter Zeit den Kommentar “das ist mir zu einsnullig” oder auf persönlicher Ebene “du bist so einsnullig”, was in der Regel als augenzwinkernde Beleidigung gemeint ist. Aber was genau soll das heißen? Was unterscheidet denn einsnull von zweinull? Auch wenn man die Brücke zu web2.0 zieht, ist den meisten Leuten die Bedeutung nicht klar, da es ja das Wort web1.0 erst gibt, seit man nach kürzeren Ausdrücken für “nicht web2.0″ sucht.

Das Design.

Häufig ist die Aussage auf “einsnulliges Design” bezogen, wobei genau das der schwammigste Punkt überhaupt ist – denn Design2.0 ist weder definiert, noch wirklich objektiv beurteilbar. Meistens versteht man zweinulligem Design jedoch ein sehr schlichtes, sehr übersichtliches Design, in dem der Benutzer sich schnell zurechtfinden kann und die Inhalte schnell finden kann. Bei einem umfangreichen Angebot werden dafür häufig Kategorien und Schlagworte (Tags) verwendet, die gepaart mit einer Suchfunktion schnell zu den gewünschten Inhalten führen. Außerdem wird im Hintergrund (beim Gestalten der Seite) besonderer Wert auf die Einhaltung von Standards wie css und valides html gelegt. Aktualisierte Inhalte sollten ferner auch via RSS abonnierbar sein, so das die Informationen vom Benutzer wahrgenommen werden, und in seinem bevorzugten Umfeld angezeigt werden können.

Wer liefert die Inhalte?

Im web2.0 sind die Rollen “Sender” und “Empfänger” bezüglich der Inhalte weitestgehend aufgehoben. Seiten, die überwiegend statisch sind und auf denen der Betreiber Informationen bereitstellt, die durch den Besucher abgerufen werden können, werden daher oft als einsnullig bezeichnet. Zweinullig hingegen sind Seiten, auf denen die Benutzer selbst Inhalte (Bilder, Texte, Empfehlungen, Berichte) veröffentlichen können, und sich zu bereits von anderen veröffentlichten Inhalten beispielsweise in Form von Kommentaren äußern können. Jeder ist somit Sender und Empfänger, Interaktion wird zur Grundlage der Kommunikation auf der Seite.

Spezialisierung und Zusammenarbeit.

Ein weiterer Punkt im web2.0 ist die Spezialisierung von Webseiten auf bestimmte Funktionen. So stellt google maps oder openstreetmap beispielsweise Kartenmaterial, und Seiten wie flickr oder ipernity eine ausgeklügelte und vielseitige Plattform für die Verwaltung und die Anzeige von Bildern bereit. Doodle bietet die Möglichkeit schnelle Terminabsprachen durchzuführen und backpackit oder mixxt stellt – je nach Projektumfang – Werkzeuge für die Organisation von Teamarbeiten bereit. Musik kann man bequem von blip.fm oder deezer beziehen. All diese Angebote lassen sich jedoch durch die Verwendung von Standards und durch das Bereitstellen von offenen Schnittstellen (API) miteinander verknüpfen und so individuell den Bedürfnissen des Einzelnen anpassen.
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Großartiges Webdesingn in Flash

Mittwoch, 26. September 2007 von Hannes

Auf großartiges Webdesign in Flash bin ich durch einen Eintrag in Ulfs ipernity-blog gestoßen. Er verlinkt dort diese Seite, die ein Bestandteil des ‘10 Ways‘ Projektes ist.

Bei diesem Projekt schaffen ‘sumona’, ‘the babarian group’, ‘tomato’, ‘less rain’ und ‘great works’ jeweils 2 verschiedene interaktive Umgebungen, die ihresgleichen Suchen. Ein Besuch auf www.interact10ways.com lohnt sich.

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